- Der Kasbek (Mkinvartsveri) ist 5.054 m hoch; diesen Wert verwendet die Nationale Tourismusverwaltung Georgiens. Die anderswo genannten 5.047 m und 5.033 m stammen von älteren Karten oder aus nicht näher genannten Quellen.
- Die Normalroute beginnt an der Dreifaltigkeitskirche Gergeti (2.170 m) und führt über das Eis zur Meteostation auf etwa 3.650 m. Von dort überwinden Sie rund 1.400 Höhenmeter bis zum Gipfel; der Gipfeltag dauert hin und zurück 10 bis 14 Stunden.
- Planen Sie ab Stepantsminda sechs bis acht Tage ein, mit ein oder zwei Akklimatisierungstagen und einem Puffertag für schlechtes Wetter. Die besten Chancen haben Sie von Mitte Juli bis Ende August; Besteigungen im Winter oder in der Zwischensaison sind nur etwas für erfahrene Alpinisten.
- Sie müssen mit Steigeisen, Eispickel und Seil umgehen können. Außerdem brauchen Sie eine Versicherung, die Bergsteigen und Hubschrauberrettung bis mindestens 5.100 m ausdrücklich einschließt, und eine Genehmigung für die Grenzzone, um die sich normalerweise der Guide kümmert.
- Rechnen Sie 2026 mit etwa 60 GEL pro Nacht für ein Stockbett auf der Hütte und rund 3.000 bis 6.500 GEL pro Person für ein Pauschalangebot mit Guide. Wer nicht bergsteigen möchte, kann an einem Tag zu einem Aussichtspunkt am Gletscher unterhalb des Gipfels wandern.
Eine Kasbek-Hochtour führt über Gletscher auf einen 5.054 m hohen ruhenden Vulkan oberhalb von Stepantsminda. Als konditionsstarker Bergwanderer, der gelernt hat, mit Steigeisen zu gehen, können Sie den Gipfel im Juli oder August mit einem Guide in sechs bis acht Tagen erreichen. Die georgische Normalroute steigt hinter der Dreifaltigkeitskirche Gergeti an, quert den Gergeti-Gletscher zur Bethlemi-Hütte, der alten Meteostation, und endet mit einem langen Gipfelanstieg, für den Sie die Hütte in den frühen Morgenstunden verlassen. Felskletterei ist nicht nötig, doch dünne Luft, Gletscherspalten und plötzliche Unwetter machen die Tour zu echtem Bergsteigen.
Wir organisieren private Touren auf den Kasbek ab Stepantsminda, und in diesem Ratgeber steht, was wir allen Bergsteigern vor der Buchung erklären: die Route Etappe für Etappe, das Leben auf der Hütte, ein Tagesplan mit Akklimatisierung und einem Puffertag für schlechtes Wetter, die besten Wochen und warum der Winter Experten vorbehalten ist, die Gefahren und das Können, mit dem Sie ihnen begegnen, eine vollständige Ausrüstungsliste, die Grenzgenehmigung, Versicherung und Rettung sowie eine Kostentabelle für 2026. Wenn Sie den Berg lieber anschauen als besteigen möchten, sind die letzten Abschnitte für Sie gedacht.
Der Kasbek auf einen Blick: Höhe, Lage und die Frage nach den 5.054 m
Der Kasbek ragt über Stepantsminda auf, dem Hauptort des Khevi-Tals, rund 155 km nördlich von Tiflis über die Georgische Heerstraße. Die Georgier nennen ihn Mkinvartsveri, etwa „Eisgipfel“; der Name Kasbek (auf Karten Mt Kazbek oder Kazbegi) geht auf das Geschlecht der Kazbegi zurück, der alten Herren von Khevi. Er ist ein ruhender Schichtvulkan, der zuletzt um 750 v. Chr. ausbrach, steht in der Choch-Kette knapp nördlich der Hauptwasserscheide des Kaukasus und ist nach dem Schchara und dem Janga der dritthöchste Gipfel Georgiens. Seine Nordhänge gehören zu Russland; die Normalroute führt über die georgische Seite und erreicht die Grenze erst kurz vor dem Gipfel.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Gipfelhöhe | 5.054 m (16.581 Fuß), der offizielle georgische Wert |
| Schartenhöhe | ca. 2.350 m, damit einer der ultraprominenten Gipfel des Kaukasus |
| Ausgangspunkt | Parkplatz unterhalb der Dreifaltigkeitskirche Gergeti, 2.170 m, auf der Straße ca. 8 km von Stepantsminda |
| Stützpunkt | Bethlemi-Hütte (Meteostation), ca. 3.650 m |
| Gipfeltag | ca. 1.400 Hm im Auf- und Abstieg, 10–14 Std. hin und zurück |
| Erste belegte Besteigung | 1868, durch eine britische Bergsteigergruppe mit einem Bergführer aus Chamonix |
| Hauptsaison | Mitte Juli bis Ende August; mit Guide Ende Juni bis Mitte September |
| Zeitbedarf | 6–8 Tage ab Stepantsminda, 8 Tage ab und bis Tiflis |
| Charakter | Technisch einfache Gletschertour; die Schwierigkeit liegt in der Höhe |
Warum wir 5.054 m angeben und woher die 5.047 m stammen
Wer nach der Höhe des Kasbek sucht, stößt auf mindestens vier verschiedene Zahlen. Wir verwenden 5.054 m, die Höhe, die die Nationale Tourismusverwaltung Georgiens und die wichtigsten Gipfeldatenbanken angeben. Ein GPS-Empfänger, der im Mai 2019 auf dem Gipfel aufgestellt wurde, soll 5.053,9 m gemessen haben, was gerundet denselben Wert ergibt; veröffentlicht gesehen haben wir diese Vermessung allerdings nicht. Die 5.047 m auf vielen Tourenseiten, mitunter auf derselben Seite neben 5.054 m, nennen keine Vermessung als Quelle, und 5.033 m oder 5.034 m stammen meist von älteren Karten und aus russischsprachigen Quellen. Für die Planung ändert der Unterschied nichts.
Die erste belegte Besteigung gelang 1868 Freshfield, Moore und Tucker vom Londoner Alpine Club mit François Devouassoud aus Chamonix und Einheimischen aus Gveleti. Die Georgier lassen ihre eigene Bergsteigergeschichte am 28. August 1923 beginnen, als Giorgi Nikoladse achtzehn Bergsteiger, darunter fünf Frauen, auf den Gipfel führte. Der Sage nach wurde Amirani, der georgische Prometheus, an diesen Berg gekettet.
Die Kasbek-Hochtour ab Stepantsminda: die georgische Normalroute
Fast alle Besteigungen von georgischer Seite folgen der Normalroute: über den grasbewachsenen Rücken hinter der Dreifaltigkeitskirche Gergeti hinauf, über den unteren Gergeti-Gletscher zur Hütte, dann über den oberen Gletscher und ein Hochplateau zum Gipfelkegel. Die folgenden Angaben sind typische Werte; die Guides passen die Spur den Schnee- und Eisverhältnissen an.
- Von Stepantsminda zum Parkplatz an der Kirche (ca. 1.740 bis 2.170 m)
Die meisten Bergsteiger schonen ihre Beine und fahren die rund 8 km lange Asphaltstraße vom Ort zum Parkplatz unterhalb der Kirche mit dem Taxi oder im Geländewagen (4x4). Wer vom Dorf Gergeti aus den alten Fußweg nimmt, hat zusätzlich etwa 430 Höhenmeter und anderthalb Stunden vor sich. - Von der Kirche zum Sabertse-Pass und zur Altihut (bis ca. 3.000 m)
Ein breiter, von Wanderern und Pferden ausgetretener Weg führt nach Norden über offene Weiden zum Sabertse-Pass (etwa 2.950 m), wo der Gipfelkegel das ganze Blickfeld füllt, und folgt dann einem Moränenrücken zur Altihut und einem kleinen Café auf etwa 3.000 m. Rechnen Sie mit 3 bis 4 Stunden ohne Schatten. - Über den Gergeti-Gletscher zur Bethlemi-Hütte (ca. 3.650 m)
Hinter der Altihut führt der Weg hinab zu einem Schmelzwasserbach und auf den unteren Gletscher, den Sie auf etwa 1,5 km überqueren; danach geht es in ermüdenden Kehren über loses Moränengeröll hinauf zur Hütte. Die Packpferde werden meist am Gletscherrand entladen, ab hier tragen Sie also alles selbst. Von der Kirche aus ist der Zustieg etwa 9,5 km lang und hat rund 1.500 Höhenmeter im Aufstieg; mit vollem Rucksack brauchen Sie 6 bis 8 Stunden. - Von der Hütte zum Gipfelplateau (bis ca. 4.500 m)
Der Gipfeltag beginnt zwischen 1 und 3 Uhr morgens. Zuerst geht es neben dem Eis über Geröll und Blöcke, einen Hang, den die einheimischen Guides Khmaura nennen. Dann werden die Steigeisen angelegt, die Gruppe seilt sich an, und der Guide sucht eine Spur durch die Spaltenzone des oberen Gletschers bis auf ein weites Plateau, das sanft zur Grenze hin ansteigt. - Sattel und Gipfelkegel (bis 5.054 m)
Oberhalb des Plateaus wird es steiler bis zu einem Sattel unter dem Gipfel, wo viele Seilschaften entbehrliche Ausrüstung zurücklassen. Die letzten rund 150 m führen über einen Schnee- und Eishang mit etwa 35 bis 40 Grad Neigung, meist auf einer ausgetretenen Spur im Zickzack, und enden auf einer kleinen, runden Gipfelkuppe, 5 bis 8 Stunden nach dem Aufbruch an der Hütte. - Zurück zur Hütte und hinab nach Stepantsminda
Der Abstieg zur Hütte dauert 3 bis 5 Stunden, oft auf einer Linie, die den Khmaura-Hang meidet, sobald die Sonne dort Steine löst. Die meisten Seilschaften übernachten noch einmal auf der Hütte und steigen am nächsten Tag ab, 5 bis 6 Stunden bis zur Kirche.
Die erste Hälfte des Zustiegs ist zugleich eine beliebte Tageswanderung, die wir auf unserer Seite zur Wanderung von der Dreifaltigkeitskirche Gergeti zum Gergeti-Gletscher beschreiben. Wenn Sie sie zwei Tage vor dem Aufstieg zur Hütte gehen, ist sie der beste Akklimatisierungstag überhaupt, und Sie lernen den Weg bei Tageslicht kennen.
Bethlemi-Hütte (die alte Meteostation), Altihut und Zelten
An der Bethlemi-Hütte (auch Betlemi geschrieben) beginnt fast jede Besteigung von georgischer Seite ihre letzte Etappe. Die Hütte wurde in den 1930er-Jahren als sowjetische Wetterstation gebaut (der Bericht eines Bergsteigers von 2025 nennt 1933); Guides, Fahrer und Pferdeführer nennen sie deshalb bis heute die Meteo oder Meteostation. Die nationale Tourismus-Website gibt 3.653 m an, andere Quellen nennen 3.600 bis 3.700 m, wir schreiben daher etwa 3.650 m. Heute beherbergt der Steinbau Mehrbettzimmer mit Stockbetten, ein kleines Café mit warmen Gerichten und Getränken zu Hüttenpreisen sowie Strom für Licht und zum Aufladen von Handys.
Der Komfort ist bescheiden: keine Duschen, kein fließendes Wasser, Toiletten draußen und Mäuse, die sich über alles hermachen, was auf dem Boden liegt; hängen Sie Ihren Proviantbeutel deshalb auf. Als Trinkwasser dienen Schmelzwasser und eine nahe Quelle; filtern oder entkeimen Sie es. 2025 kostete ein Platz im Stockbett etwa 60 GEL pro Person und Nacht und ein Zelt auf den von Steinmauern eingefassten Plattformen rund um die Hütte etwa 20 GEL, zu zahlen beim Hüttenwirt; bei der Ankunft werden die Bergsteiger außerdem registriert. Mobile Daten funktionieren oft. Im Juli und August ist die Hütte voll, lassen Sie deshalb Ihren Guide die Betten reservieren.
Zwei heilige Orte oberhalb der Hütte dienen zugleich als Ziele zum Akklimatisieren: eine kleine Metallkapelle auf etwa 3.930 m, eine Stunde Aufstieg entfernt, und auf etwa 4.000 m die Bethlemi-Höhle, die Einsiedelei in der Felswand, nach der die Hütte benannt ist. Die Höhle war einst über eine herabhängende Eisenkette zu erreichen und soll Reliquien wie das Zelt Abrahams beherbergt haben.
Altihut und Zelten weiter unten
Die Altihut, eine moderne Hütte auf etwa 3.000 m unterhalb der Gletscherquerung (ihr Name, 3014, ist ihre Höhe), bietet Betten, Heizung und warme Mahlzeiten. Die Hütte ist teurer als die Meteostation und liegt etwa 650 m tiefer; wer sich langsam akklimatisiert, kann hier die erste Nacht im Aufstieg verbringen. Fragen Sie nach den aktuellen Preisen. Zelte stehen auch unterhalb des Sabertse-Passes, wo es selbst in Sommernächten friert.
Wie viele Tage Sie für den Kasbek brauchen: Tagesplan mit Akklimatisierung
Der häufigste Fehler am Kasbek ist zu viel Tempo. Wer an einem Tag von Stepantsminda zur Hütte geht, schläft rund 1.900 m höher als in der Nacht davor, weit mehr als die 300 bis 500 m pro Tag, die Höhenmediziner oberhalb von 3.000 m empfehlen. Höher hinauf führt keine Straße, deshalb lässt sich der Sprung nicht ganz vermeiden; ein durchdachter Plan federt ihn aber ab: zuerst ein Aufstieg in die Höhe und zurück zum Schlafen in den Ort, dann vor dem Gipfel ein Ruhe- und Übungstag an der Hütte.
| Tag | Programm | Auf / Ab | Gehzeit | Übernachtung |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Fahrt von Tiflis nach Stepantsminda (ca. 155 km, ca. 3 Std.); Ausrüstungscheck und kurzer Spaziergang | gering | 1–2 Std. | Stepantsminda, ca. 1.740 m |
| 2 | Akklimatisierungstour von der Kirche zum Sabertse-Pass oder zum Aussichtspunkt am Gletscher und zurück | ca. +800 bis 1.000 Hm und wieder hinab | 6–8 Std. | Stepantsminda |
| 3 | Im Geländewagen (4x4) zur Kirche, Aufstieg und Querung des unteren Gletschers zur Hütte | ca. +1.500 Hm | 6–8 Std. | Bethlemi-Hütte, ca. 3.650 m |
| 4 | Aufstieg zur Kapelle auf ca. 3.930 m; Übungen mit Steigeisen, Pickel und Seil | ca. +300 Hm / −300 Hm | 3–5 Std. | Bethlemi-Hütte |
| 5 | Gipfeltag, Aufbruch zwischen 1 und 3 Uhr morgens | ca. +1.400 Hm / −1.400 Hm | 10–14 Std. | Bethlemi-Hütte |
| 6 | Puffertag für schlechtes Wetter oder einen zweiten Versuch | je nach Lage | je nach Lage | Bethlemi-Hütte oder Stepantsminda |
| 7 | Abstieg zur Kirche, im Geländewagen (4x4) in den Ort | ca. −1.500 Hm | 5–6 Std. | Stepantsminda |
| 8 | Rückfahrt nach Tiflis mit Stopps an der Georgischen Heerstraße | keine | keine | Tiflis |
Läuft Tag 5 nach Plan, wird der Puffertag zu einem gemächlichen Abstieg mit heißer Dusche im Ort. Wer sich langsam akklimatisiert, sollte zwischen Tag 2 und 3 eine Nacht in der Altihut einlegen. Bergsteiger, die schon an einem anderen hohen Gipfel akklimatisiert sind, gehen manchmal in vier Tagen von der Kirche hinauf und wieder hinunter; so skizziert es die nationale Tourismus-Website. Den meisten Besuchern lässt das aber keinen Spielraum.
Unsere Tour „Kasbek-Besteigung“ folgt diesem achttägigen Plan als private Reise für jede Gruppengröße zu Reiseterminen Ihrer Wahl, mit Packpferden bis zum Gletscherrand und zertifizierten Bergführern, die am Gipfeltag jeweils höchstens zwei Bergsteiger führen. Was im Preis enthalten ist, steht auf der Tourseite.
Die beste Zeit für den Kasbek und warum der Winter nur etwas für Experten ist
Die Saison am Kasbek ist kurz. Die nationale Tourismus-Website nennt Ende Juni bis Mitte Oktober, die meisten geführten Seilschaften steigen aber zwischen Mitte Juli und Ende August auf. Dann ist die Spur fest ausgetreten, das Wetter am beständigsten und die Hütte bewirtschaftet und gut besucht. Selbst dann müssen Sie an der Hütte jede Nacht mit Frost rechnen und am Gipfel vor Sonnenaufgang mit −10 °C oder kälter, während sich über den unteren Hängen an den meisten Nachmittagen Gewitter zusammenbrauen.
| Zeitraum | Was Sie erwartet | Unser Rat |
|---|---|---|
| Ende Juni bis Mitte Juli | Altschnee ab dem Sabertse-Pass aufwärts, nachmittags weicher Schnee, Spalten unter Schneebrücken verborgen, wechselhaftes Wetter | Mit Guide möglich; langsameres Vorankommen |
| Mitte Juli bis Ende August | Beständigste Wetterphase, ausgetretene Spur, die meisten Bergsteiger; kalte Nächte, nachmittags Gewitter weiter unten | Bestes Zeitfenster; Guides und Hüttenbetten früh reservieren |
| Erste Septemberhälfte | Weniger Andrang, kältere Nächte, weiter geöffnete Spalten und härteres Eis am Schlusshang | Gut für fitte, erfahrene Seilschaften |
| Mitte September bis Oktober | Erste Winterstürme, kurze Tage, vereiste obere Hänge, kaum andere Bergsteiger, die mitspuren | Nur für erfahrene Alpinisten |
| November bis Mai | Winter: strenge Kälte und Wind, lawinengefährdete Hänge im Zustieg, sehr kurze Tage | Nur Winterexpeditionen für Experten |
Der Kasbek im Winter und in der Zwischensaison
Auch im Winter wird der Kasbek bestiegen, und Skibergsteiger brechen im Frühjahr von der Meteostation aus zum Gipfel auf, doch das Risiko hat eine ganz andere Größenordnung. In einer Januarnacht kann die Temperatur am Gipfel auf −20 °C oder tiefer fallen, den Windchill noch nicht eingerechnet, und die oberen Hänge verwandeln sich in hartes Blankeis, auf dem ein Ausrutscher nicht mehr zu bremsen ist. Auf den Hängen zwischen Kirche und Gletscher sammelt sich Schnee, niemand hat gespurt, Neuschnee verdeckt die Spalten, und im Dezember ist es nur etwa neun Stunden hell.
Auch die Rettung dauert länger: Bei Sturm können Hubschrauber nicht fliegen, und bei früheren Unfällen im Winter und Frühjahr kamen die Rettungsmannschaften tagelang nicht an den Berg heran. Rechnen Sie weder mit einer bewirtschafteten Hütte noch mit einer anderen Seilschaft in der Nähe. Besteigungen im Winter und in der Zwischensaison organisieren wir nur für Bergsteiger, die schon Erfahrung im winterlichen Höhenbergsteigen haben.
Wie schwer ist der Kasbek? Schwierigkeit, Gletscherspalten, Höhe und andere Gefahren
Technisch gesehen gehört der Kasbek zu den leichteren Gipfeln über 5.000 m: Guides stufen die Normalroute meist als leichte Hochtour ein, etwa F+ bis PD-, ohne Kletterstellen im Fels und mit einem steilen Hang. Ernst wird es, weil Höhe, ein spaltenreicher Gletscher, Kälte und ein sehr langer Tag zusammenkommen. Ob Sie den Gipfel erreichen, entscheiden meist Kondition und Akklimatisierung; Ihr Können entscheidet, wie gut Sie zurechtkommen, wenn etwas schiefgeht.
- Gletscherspalten: Der obere Gergeti-Gletscher ist von Spalten durchzogen, die im Lauf des Sommers breiter werden; früh in der Saison liegen Schneebrücken darüber. Oberhalb der Hütte gehen Sie angeseilt, und ein erfahrener Seilschaftsführer wählt die Spur.
- Höhe: Kopfschmerzen, Übelkeit, schlechter Schlaf und Appetitlosigkeit sind in den ersten ein, zwei Nächten auf der Hütte normal. Verwirrtheit, Gangunsicherheit, feuchter Husten oder Atemnot in Ruhe sind Anzeichen der gefährlichen Formen der Höhenkrankheit; steigen Sie dann sofort ab.
- Wetter: Im Nebel driften Seilschaften auf dem weiten, konturlosen Plateau leicht in Richtung der Spalten oder der Grenze ab, und am Sattel kann heftiger Wind wehen, während im Tal Windstille herrscht.
- Steinschlag: Warme Sonne löst Steine aus den Moränenwänden am unteren Gletscher und aus dem Geröllhang Khmaura oberhalb der Hütte. Passieren Sie beide Stellen früh am Tag.
- Kälte und Sonne: vor der Morgendämmerung leichte Erfrierungen an den Fingern, danach Sonnenbrand oder Schneeblindheit, oft am selben Morgen.
- Der Rückweg: Die meisten Ausrutscher passieren im Abstieg, wenn die Beine müde sind und weicher Schnee unter den Steigeisen stollt.
Was Sie für eine geführte Kasbek-Hochtour können müssen
Sie müssen kein Kletterer sein, um auf dem Kasbek zu stehen, aber mehr als ein Wanderer schon. Prüfen Sie sich vor der Buchung bei jedem dieser Punkte ehrlich:
- Kondition, um an einem Tag rund 1.500 Höhenmeter mit 12 bis 15 kg auf dem Rücken zu bewältigen und zwei Tage später 10 bis 14 Stunden lang oberhalb von 3.600 m in Bewegung zu bleiben.
- Gehen mit Steigeisen auf hartem Schnee und Eis, bergauf, bergab und quer zum Hang, ohne mit einer Zacke am Hosenbein hängen zu bleiben.
- Bremsen mit dem Eispickel (Pickelbremse): ein Abrutschen kopfüber oder mit den Füßen voran stoppen, in Rücken- wie in Bauchlage.
- Gehen in der Seilschaft: das Seil straff halten, das Tempo an die anderen anpassen und einen Sturz halten.
- Nur für Seilschaften ohne Guide: Spaltenbergung mit Flaschenzug, Navigation im Whiteout nach GPS-Track und die Disziplin, umzukehren.
Noch nie Steigeisen getragen? Ein Wintertechnikkurs in Ihrer Heimat oder ein Tag auf einem Alpengletscher ist die beste Vorbereitung; unsere Übungseinheit nahe der Hütte frischt Kenntnisse auf, statt sie von Grund auf zu vermitteln. Wie Ihr Körper reagiert, zeigt Ihnen außerdem ein Aufenthalt oberhalb von 4.000 m. Der Kilimandscharo ist zwar höher, aber ein Wanderberg; am Kasbek kommen ein Gletscher, ein Seil und ein Eishang hinzu.
Ausrüstungsliste für den Kasbek und Gletscherausrüstung zum Leihen
Technische Ausrüstung
- Steigeisenfeste Bergstiefel, für den Gipfeltag isoliert oder als Doppelschalenstiefel; leichte Trekkingschuhe reichen nicht aus
- Steigeisen, die schon vor dem Aufbruch im Ort an diese Stiefel angepasst wurden
- Eispickel, meist 55 bis 65 cm lang
- Klettergurt, Helm, zwei Schraubkarabiner und eine Prusikschlinge oder kurze Bandschlinge
- Trekkingstöcke für den Zustieg und den langen Abstieg
Bekleidung
- Funktionsunterwäsche, eine Fleecejacke und eine Daunen- oder Kunstfaserjacke mit Kapuze
- Wasserdichte Hardshelljacke und -hose, dazu eine Trekkinghose
- Dünne Unterziehhandschuhe, isolierte Handschuhe und warme Fäustlinge
- Warme Mütze, Sonnenhut, Schlauchschal und Ersatzsocken für den Gipfeltag
Hütte und Gipfeltag
- Rucksack mit 50 bis 60 Litern, an dem sich Steigeisen und Pickel gut befestigen lassen
- Schlafsack mit einer Komforttemperatur von etwa −10 °C und leichte Hüttenschuhe
- Gletscherbrille der Kategorie 4, Skibrille, Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und Lippenpflege
- Stirnlampe mit Ersatzbatterien
- Trinkflaschen für zwei Liter, eine davon isoliert, dazu ein Wasserfilter oder Entkeimungstabletten
- Snacks, auf die Sie auch auf 4.500 m noch Appetit haben
- Erste-Hilfe-Set mit Blasenpflastern sowie Medikamente gegen Höhenkrankheit, falls mit Ihrem Arzt abgesprochen
- Powerbank, Reisepass im Original, Versicherungsunterlagen und Bargeld in Lari
Ihre technische Ausrüstung müssen Sie nicht eigens im Flugzeug mitbringen. Unsere Gletscherausrüstung mit Steigeisen, Eispickel, Klettergurt und Helm kostet 2026 zur Miete etwa 50 GEL (etwa 20 $) pro Tag, bei längerer Mietdauer weniger pro Tag. Über unseren Verleih von Campingausrüstung bekommen Sie außerdem Zelte, Schlafsäcke, Isomatten und Kocher, geliefert an Ihr Hotel in Tiflis. Auch Geschäfte in Stepantsminda verleihen Stiefel, Steigeisen und Schlafsäcke; im Juli und August sollten Sie vorab reservieren. Gaskartuschen dürfen nicht ins Fluggepäck, kaufen Sie sie daher in Tiflis.
Genehmigung für die Grenzzone, Registrierung, Versicherung und Rettung
Der Gipfel des Kasbek liegt auf der Staatsgrenze zu Russland, deshalb gilt die Besteigung als Aufenthalt in der Grenzzone. Die georgische Grenzpolizei verlangt von allen, die dort wandern oder bergsteigen, eine Sondergenehmigung: Der Gruppenleiter beantragt sie mit der geplanten Route und Kopien der Reisepässe aller Teilnehmer, entweder in der Zentrale der Grenzpolizei in Tiflis oder bei einer regionalen Dienststelle, für diese Gegend bei der Dienststelle Kazbegi.
2025 holten Bergsteigergruppen ihre Genehmigung am Tag vor dem Aufstieg in der Nähe von Stepantsminda ab und mussten dabei eine Versicherungspolice vorzeigen; laut der nationalen Tourismus-Website werden Bergsteiger an der Hütte noch einmal registriert. Gebühren für einen der beiden Schritte sind uns nicht bekannt. Bei uns erledigt der Guide die Formalitäten: Schicken Sie uns bei der Buchung Ihre Passdaten und Ihre Versicherungsbestätigung, und haben Sie am Berg Ihren Reisepass im Original dabei. Wer auf eigene Faust aufsteigt, sollte das aktuelle Verfahren vorher bei der Grenzpolizei erfragen, denn Posten und Formulare ändern sich von Saison zu Saison.
Versicherung
Seit dem 1. Januar 2026 verpflichtet das georgische Recht ausländische Touristen zu einer Kranken- und Unfallversicherung für die gesamte Dauer des Aufenthalts mit einer Deckungssumme von mindestens 30.000 GEL. Dieses gesetzliche Minimum ist keine Versicherung fürs Bergsteigen. Viele Policen schließen Bergsteigen aus oder gelten nur bis weit unter 4.000 m; wählen Sie für den Kasbek deshalb eine Versicherung, die Hochtouren auf Gletschern mit Seil und Steigeisen bis mindestens 5.100 m ausdrücklich nennt und Suche, Rettung und Evakuierung per Hubschrauber bezahlt. Die gesetzliche Pflicht zur Reiseversicherung erklärt unser Ratgeber zur Einreise nach Georgien ausführlich.
Rettung
Im Notfall wählen Sie die 112, die einheitliche Nummer für Polizei, Rettungsdienst und Bergrettung. In der Notrufzentrale kommt man meist mit Englisch zurecht, und die SOS-Taste der offiziellen 112-App übermittelt Ihren Standort. An der Hütte haben Sie oft Empfang, darüber nicht überall. Hubschraubereinsätze am Kasbek wurden von staatlichen Besatzungen geflogen, unter anderem von der Fliegerstaffel der Grenzpolizei, und sind nur bei klarem Wetter möglich; eine Bodenmannschaft braucht von Stepantsminda aus viele Stunden, und die nächsten großen Krankenhäuser liegen drei Stunden entfernt in Tiflis. Nehmen Sie am Gipfeltag genug warme Kleidung mit, um eine Nacht im Freien zu überstehen, und sagen Sie dem Hüttenwirt, was Sie vorhaben.
Was eine Kasbek-Hochtour 2026 kostet
Am stärksten hängen die Kosten davon ab, ob Sie einen Guide nehmen und wie viele Bergsteiger sich einen Guide teilen. Die folgenden typischen Werte für 2026 stammen aus aktuellen Berichten von Bergsteigern, von örtlichen Anbietern und aus unseren eigenen Transfer- und Mietpreisen. Verstehen Sie sie als Richtwerte für Ihr Budget, und prüfen Sie jeden Betrag vor der Reise nach.
| Posten | Richtpreis 2026 | Hinweise |
|---|---|---|
| Marschrutka von Tiflis (Didube) nach Stepantsminda | ca. 15 bis 20 GEL (etwa 6 $ bis 8 $) pro Sitzplatz | Etwa 3 Std., nur Barzahlung |
| Privatwagen von Tiflis nach Stepantsminda | ca. 220 bis 350 GEL (etwa 85 $ bis 135 $) für die einfache Fahrt | Pro Auto, Stopps auf Wunsch |
| Geländewagen (4x4) vom Ort zum Parkplatz an der Kirche | ca. 50 bis 80 GEL (etwa 19 $ bis 31 $) pro Auto, hin und zurück | Spart ca. 430 Hm Aufstieg |
| Stockbett in der Bethlemi-Hütte | ca. 60 GEL (etwa 23 $) pro Person und Nacht | Schlafsack mitbringen |
| Zeltplatz an der Bethlemi-Hütte | ca. 20 GEL (etwa 8 $) pro Zelt und Nacht | Plattformen mit Steinmauern |
| Altihut | Bei der Buchung erfragen | Betten mit Verpflegung; teurer als die Meteostation |
| Packpferd mit Pferdeführer | ca. 100 bis 300 GEL (etwa 40 $ bis 115 $) pro Pferd und Richtung | Meist bis zum Gletscherrand; Last und Preis vorher vereinbaren |
| Träger | Auf Anfrage | Keine Standardleistung; manche Anbieter stellen zusätzlich einen zweiten Guide oder Helfer |
| Nur zertifizierter Bergführer, von der Hütte zum Gipfel und zurück | ca. 1.300 bis 2.100 GEL (etwa 500 $ bis 800 $) pro Bergführer | Ein oder zwei Bergsteiger pro Bergführer |
| Pauschalangebot mit Guide, 6 bis 8 Tage | ca. 3.000 bis 6.500 GEL (etwa 1.150 $ bis 2.500 $) pro Person | In größeren Gruppen pro Kopf günstiger |
| Gletscherausrüstung zur Miete | ca. 50 GEL (etwa 20 $) pro Tag | Steigeisen, Eispickel, Klettergurt, Helm |
| Grenzgenehmigung und Registrierung an der Hütte | Keine Gebühr bekannt | Reisepass im Original nötig |
Ohne Guide zahlen Sie kaum mehr als Fahrt und Hütte; das passt aber nur zu einer Seilschaft, die ihre eigenen Mitglieder aus einer Gletscherspalte bergen kann. Fragen Sie beim Vergleich geführter Angebote, mit wie vielen Bergsteigern jeder Guide am Gipfeltag am Seil geht und ob Hütte, Genehmigung, Pferde und Gruppenausrüstung inbegriffen sind.
Lieber nicht auf den Gipfel? Gletscherblicke und andere Wege, den Kasbek zu erleben
Nahe herankommen können Sie auch ohne Seil. Für die Tageswanderung zum Aussichtspunkt auf der Moräne in etwa 3.200 m Höhe brauchen Sie Kondition, aber keine Gletscherausrüstung; unsere Seite zur Wanderung von der Dreifaltigkeitskirche Gergeti zum Gergeti-Gletscher beschreibt sie Etappe für Etappe. Weniger anstrengend ist der Weg zur Kirche, zu Fuß oder im Geländewagen (4x4), mit dem klassischen Blick auf die Kirche vor dem Berg; an klaren Morgen blickt der Kasbek außerdem auf das Juta- und das Trusso-Tal und auf das Dorf Sno hinab.
Auf unserer Tour „Wanderwoche in Kazbegi“ übernachten Sie durchgehend in einem Hotel in Stepantsminda und wandern jeden Tag durch ein anderes Tal, den Aussichtspunkt am Gletscher eingeschlossen; unser „Tagesausflug nach Kazbegi“ bringt Sie im Geländewagen (4x4) zur Kirche und am Abend zurück nach Tiflis. Den Rest der Gegend stellt unser Ratgeber zu Kazbegi vor. Auf der Nordseite des Kasbek gibt es eine eigene Route aus Nordossetien in Russland, am Berg ist die Grenze aber geschlossen; von Georgien aus steigen Sie also auf demselben Weg auf und ab.
Kasbek-Hochtour: häufige Fragen
Wie hoch ist der Kasbek?
Der Kasbek ist 5.054 m (16.581 Fuß) hoch; diesen Wert verwenden die offizielle Tourismus-Website Georgiens und die großen Gipfellisten. In anderen Quellen finden Sie auch 5.047 m und 5.033 m; diese Angaben stammen von älteren Karten oder von Seiten, die keine Vermessung nennen.
Wie schwer ist es, den Kasbek zu besteigen?
Die Besteigung ist technisch einfach, aber ernst zu nehmen: eine Gletschertour mit Spalten, einem etwa 35 bis 40 Grad steilen Hang kurz vor dem Gipfel und einem Gipfeltag von 10 bis 14 Stunden ab einer Hütte auf etwa 3.650 m. Umkehren müssen die meisten wegen der Höhe oder des Wetters, nicht wegen der Technik; am wichtigsten sind daher Kondition und Akklimatisierung.
Wie lange braucht man, um den Kasbek zu besteigen?
Rechnen Sie mit sechs bis acht Tagen ab Stepantsminda oder acht Tagen ab Tiflis, mit Zeit zum Akklimatisieren und einem Reservetag für den Fall von Unwettern. Der Zustieg zur Hütte dauert 6 bis 8 Stunden, der Gipfeltag hin und zurück 10 bis 14 Stunden.
Kann man den Kasbek ohne Guide besteigen?
Ja. Erfahrene Alpinisten besteigen ihn auf eigene Faust; sie brauchen dafür die Grenzgenehmigung und müssen sich an der Hütte registrieren. Wer keine Erfahrung auf Gletschern und in der Spaltenbergung hat, sollte mit einem zertifizierten Bergführer gehen.
Braucht man für den Kasbek eine Genehmigung?
Ja. Der Gipfel liegt an der Grenze zu Russland, deshalb brauchen Bergsteiger eine Genehmigung der Grenzpolizei für die Grenzzone und werden an der Bethlemi-Hütte noch einmal registriert. Beides erledigt normalerweise der Guide; haben Sie Ihren Reisepass im Original dabei.
In welchem Monat besteigt man den Kasbek am besten?
Von Mitte Juli bis Ende August: Dann ist das Wetter am beständigsten, und die Gipfelchancen sind am besten. Mit Guide sind auch die letzten Junitage und der frühe September machbar; der spätere Herbst und der Winter sind nur etwas für erfahrene Alpinisten.
Kann man den Kasbek im Winter besteigen?
Nur als Winterexpedition für Experten. Rechnen Sie mit strenger Kälte und Wind, hartem Eis an den oberen Hängen, Lawinengefahr im Zustieg und einer langsamen Rettung, weil Hubschrauber bei Sturm nicht fliegen können.
Was kostet eine Kasbek-Hochtour?
Die meisten Pauschalangebote mit Guide für sechs bis acht Tage kosten 2026 zwischen etwa 3.000 und 6.500 GEL pro Person (rund 1.150 $ bis 2.500 $), in einer größeren Gruppe weniger. Wer ohne Guide aufsteigt, zahlt vor allem für die Fahrt, die Hütte mit etwa 60 GEL pro Nacht und Leihausrüstung.














