Museen & KulturArchäologieMittelalterliche StadtMuseum

Dmanisi

Archäologische Fundstätte: Unter einer mittelalterlichen Ruinenstadt mit ihrer Kathedrale fand man 1,8 Millionen Jahre alte Schädel früher Menschen.

DmanisiDmanisiFoto: Mehman Ibragimov, CC BY-SA 4.0

Dmanisi zählt zu den weltweit wichtigsten Fundstätten für die Geschichte der menschlichen Evolution. Auf einem Bergsporn über den Flüssen Maschawera und Pinesauri fanden Archäologen unter den Ruinen einer mittelalterlichen Stadt fünf Schädel früher Menschen und weitere Fossilien, die auf 1,85 bis 1,77 Millionen Jahre datiert werden; sie gehören zu den ältesten bekannten menschlichen Überresten außerhalb Afrikas. Die Funde zeigten, dass frühe Menschen Afrika früher verließen, als man einst angenommen hatte. Heute ist die Fundstätte ein Museumsreservat des Nationalmuseums von Georgien: Sie können durch die mittelalterliche Stadt gehen und das Grabungsgelände sehen.

Auch die mittelalterliche Stadt selbst ist eindrucksvoll. Befestigungen, Kirchen, Friedhöfe, Werkstätten und Badehäuser erstrecken sich über etwa 13 Hektar, dahinter liegt eine Vorstadt, und an der Südspitze steht eine Zitadelle mit einem Palast. Im Herzen der Anlage steht noch die Sioni-Kathedrale von Dmanisi, eine frühmittelalterliche Basilika mit einer Vorhalle aus dem 13. Jahrhundert. Das Museum vor Ort zeigt mehr als 2.300 Funde und ist saisonal geöffnet, etwa von Mai bis Oktober. Einige der Fossilien früher Menschen sind im Nationalmuseum in Tiflis ausgestellt.

Geschichte

Die früheste schriftliche Erwähnung von Dmanisi stammt aus dem 9. Jahrhundert, als die Stadt in der Hand der arabischen Emire von Tiflis war. In den 1080er-Jahren eroberten die Seldschuken die Stadt; die georgischen Könige Dawit IV. der Erbauer und Demetre I. gewannen sie 1123–1125 zurück. Im 12. und 13. Jahrhundert blühte sie auf, im 14. Jahrhundert verwüstete sie Timur, und 1486 plünderten sie die Turkmenen; davon erholte sie sich nie wieder. Bei Ausgrabungen in der mittelalterlichen Stadt kam 1991 der Unterkiefer eines Frühmenschen zutage, zwischen 1999 und 2005 folgten die Schädel.

Sehenswertes und Aktivitäten

  • Die Stelle sehen, an der 1,8 Millionen Jahre alte Fossilien früher Menschen gefunden wurden
  • Das Museum vor Ort mit seinen Funden aus den Grabungen besuchen
  • Durch die mittelalterliche Ruinenstadt, die Zitadelle und die Bäder streifen
  • Die Sioni-Kathedrale von Dmanisi mit ihrer Vorhalle aus dem 13. Jahrhundert betreten
  • In die Schluchten von Maschawera und Pinesauri hinabblicken

Hinweise zum Besuch

Anreise

Die Fundstätte liegt beim Dorf Patara Dmanisi, etwa 85 km südwestlich von Tiflis; mit dem Auto sind Sie über Marneuli und Bolnisi rund 1,5 bis 2 Stunden unterwegs. Die Stadt Dmanisi liegt etwa 12 km weiter westlich.

Reisezeit

Mai bis Oktober, wenn das Museum geöffnet ist. Zeitbedarf vor Ort: 2–3 Std.

Tipps von Einheimischen
  • Verbinden Sie den Besuch am selben Tag mit der Sioni-Kirche von Bolnisi und Zughrughascheni.
  • Der Bergsporn liegt ungeschützt; nehmen Sie im Sommer einen Hut und Wasser mit.
  • Die Wege durch die Ruinen sind uneben; tragen Sie daher festes Schuhwerk.
  • Informieren Sie sich vor der Anreise über die Saison und die Öffnungstage des Museums.

Wetter Dmanisi

Grundlage ist das Klima am Bezugspunkt Bolnisi, 21 km entfernt. Am wärmsten ist es im August (tagsüber 31°), am kältesten im Januar (nachts −2°); pro Jahr fallen 510 mm Niederschlag. Beste Monate: Sept.

−5°0°5°10°15°20°25°30°35°050100 mmJanuar: 18 mmFebruar: 24 mmMärz: 41 mmApril: 69 mmMai: 75 mmJuni: 66 mmJuli: 38 mmAugust: 32 mmSeptember: 40 mmOktober: 50 mmNovember: 36 mmDezember: 21 mmJFMAMJJASOND

Wetter Bolnisi nach Monaten und 7-Tage-Vorhersage →

Dmanisi: häufige Fragen

Was wurde in Dmanisi gefunden?

Archäologen fanden fünf Schädel früher Menschen, Unterkiefer und weitere Knochen, die auf etwa 1,8 Millionen Jahre datiert werden, dazu Steinwerkzeuge und Tierfossilien. Sie gehören zu den ältesten menschlichen Fossilien, die außerhalb Afrikas gefunden wurden.

Ist Dmanisi UNESCO-Welterbe?

Noch nicht. Die archäologische Hominidenfundstätte von Dmanisi steht seit 2007 auf der Tentativliste der UNESCO.

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