Tskaltubo
Kurort aus der Sowjetzeit bei Kutaisi mit warmen Radonbädern, großem Park und prächtigen Sanatorien, einige restauriert, viele verlassen.
TskaltuboFoto: Paata vardanashvili, CC BY-SA 4.0Tskaltubo ist eine kleine Kurstadt etwa 10 km nordwestlich von Kutaisi, entstanden rund um Mineralquellen, deren Wasser von Natur aus 33 bis 35 °C warm aus dem Boden tritt. Zu Sowjetzeiten gehörte der Ort zu den bekanntesten Kurorten der UdSSR, und rund um den zentralen Kurpark stehen prächtige neoklassizistische Badehäuser und Sanatorien aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. Viele wurden nach 1991 geschlossen, und seit 1993 leben in einigen davon Familien, die aus Abchasien vertrieben wurden. So ist eine eigenartige, fotogene Mischung entstanden: Bäder in Betrieb, neue Hotels und verfallende Paläste zwischen den Bäumen.
Das Heilwasser können Sie bis heute nutzen. Mehrere Badehäuser bieten kurze Radonbäder und Anwendungen an, darunter das Badehaus Nr. 6, das 1950 für Josef Stalin gebaut wurde. Spazieren Sie durch den Kurpark, sehen Sie sich die Gebäude mit Säulengängen ringsum an und fotografieren Sie die verlassenen Sanatorien von außen. Außerdem liegt Tskaltubo näher als jede andere Stadt an der Prometheus-Höhle und an Sataplia und ist damit eine ruhige Alternative zu Kutaisi als Standquartier.
Geschichte
In den 1920er-Jahren wurde Tskaltubo zum Kurort erklärt und wuchs unter sowjetischer Herrschaft rasch; 1953 erhielt der Ort das Stadtrecht. In seiner Blütezeit kamen jährlich rund 125.000 Gäste wegen des Radonwassers, und 1950 wurde für Josef Stalin ein privates Badehaus gebaut. Nach der Unabhängigkeit blieben die Gäste fast völlig aus, und ab 1993 wurden viele Sanatorien zum Zuhause für Menschen, die der Krieg in Abchasien vertrieben hatte. Langsam lebt der Kurort wieder auf, mit restaurierten Bädern und neuen Hotels.
Sehenswertes und Aktivitäten
- Die Radonbäder in den historischen Badehäusern, auch im Badehaus Nr. 6
- Der zentrale Kurpark und seine Gebäude mit Säulengängen
- Die verlassenen sowjetischen Sanatorien, etwa das „Medea“
- Ein ruhiges Standquartier für die Prometheus-Höhle und Sataplia
Hinweise zum Besuch
Anreise
Etwa 10 km nordwestlich von Kutaisi, mit dem Auto 15 bis 20 Minuten. Ab Kutaisi fahren häufig Marschrutkas. Die Prometheus-Höhle ist 10 Minuten entfernt.
Reisezeit
Ganzjährig; im Frühling und Herbst zum Spazierengehen. Zeitbedarf vor Ort: ein halber Tag, für Kuranwendungen mehrere Tage.
- In einigen Sanatorien leben bis heute vertriebene Familien: Gehen Sie nicht ungebeten hinein und fragen Sie, bevor Sie Menschen fotografieren
- Verlassene Gebäude können einsturzgefährdet sein; bleiben Sie deshalb draußen
- Nehmen Sie für die Bäder Badekleidung und ein Handtuch mit
Wetter Tskaltubo
Am wärmsten ist es im August (tagsüber 31°), am kältesten im Februar (nachts 4°); pro Jahr fallen 1.685 mm Niederschlag. Beste Monate: Mai, Sept.–Okt.
Tskaltubo: häufige Fragen
Kann man in Tskaltubo noch baden?
Ja. Mehrere Badehäuser, darunter Nr. 6, bieten Bäder und Anwendungen im natürlich warmen Radonwasser an. Die einzelnen Bäder dauern nur kurz, und bei gesundheitlichen Bedenken berät Sie das Personal.
Ist es sicher, die verlassenen Sanatorien in Tskaltubo zu erkunden?
Seien Sie vorsichtig. Manche Gebäude sind baufällig, in anderen leben bis heute vertriebene Familien. Fotografieren Sie von außen und halten Sie respektvoll Abstand, sofern Sie nicht hereingebeten werden.
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