- Chacha ist ein klarer georgischer Traubenbrand aus den Schalen, Kernen und Stielen, die bei der Weinbereitung übrig bleiben; das georgische Wort bezeichnet eben diesen Trester, und mit dem Tanz Cha-Cha-Cha hat das Getränk nichts zu tun.
- Seit 2011 ist Chacha eine geschützte geografische Angabe Georgiens: Im Handel muss er mindestens 40 Prozent Alkohol haben, die meisten Flaschen liegen bei 40 bis 50 Prozent; selbst gebrannter Chacha wird nicht gemessen und ist oft stärker.
- Die Georgier schenken ihn zur Begrüßung, am Ende einer Weinprobe im Keller und an kalten Tagen in den Bergen ein, in kleinen Gläsern und mit Essen dazu; ein Glas, in kleinen Schlucken getrunken, ist das höfliche Maß, und wer ablehnt, stößt auf Verständnis.
- Wenn Sie Chacha im Fluggepäck mit nach Hause nehmen möchten, kaufen Sie versiegelte Flaschen mit Etikett: Fluggesellschaften lehnen Spirituosen über 70 Prozent ab, und die eigentliche Grenze setzt die Freimenge Ihres Heimatlandes (1 Liter zollfrei in der EU und den USA, 4 Liter in Großbritannien).
- Von den anderen georgischen Getränken lohnen sich die Estragonlimonade, 1887 in Kutaisi zum ersten Mal gemischt, das salzige Mineralwasser Borjomi und das mildere Nabeghlavi, einheimisches Lagerbier und Tee aus Gurien.
Chacha ist Georgiens Traubenbrand: ein klarer, starker Schnaps aus den Traubenschalen, Kernen und Stielen, die nach der Weinbereitung noch in der Presse liegen. Auf Georgisch bezeichnet das Wort ჭაჭა genau diesen Trester; das Getränk ist also nach seinem Rohstoff benannt und hat mit dem lateinamerikanischen Tanz nichts zu tun. Jedes Weindorf brennt Chacha, die meisten Familien mit eigenen Reben heizen einmal im Jahr eine kleine kupferne Brennblase an, und fast jeder Besucher bekommt innerhalb eines Tages nach der Landung ein Glas in die Hand gedrückt, manchmal schon vor dem Mittagessen.
Dieser Ratgeber erklärt, wie Chacha zu Hause und auf Weingütern gebrannt wird, wie stark er wirklich ist, welche Varianten es aus Trauben, aus Obst und aus dem Eichenfass gibt und wie die Georgier ihn trinken und dabei Trinksprüche ausbringen. Außerdem erfahren Sie, wo Sie eine gute Flasche probieren und kaufen, was sie 2026 ungefähr kostet, welche Regeln von Zoll und Fluggesellschaften für die Heimreise gelten und wie Sie bei Selbstgebranntem auf der sicheren Seite bleiben. Zum Schluss geht es um die anderen georgischen Getränke, die sich lohnen: Estragonlimonade, die Mineralwässer Borjomi und Nabeghlavi, Bier und Tee.
Was ist Chacha? Georgiens Traubenbrand kurz erklärt
Chacha gehört zur Familie der Tresterbrände, wie der italienische Grappa und der französische Marc. Wenn die Trauben für den Wein gequetscht werden, enthält die feste Masse aus Schalen, Kernen und Stielen noch Zucker und Aromen. Die Georgier lassen diese Reste vergären und brennen daraus einen farblosen Schnaps, der nach frischen Trauben duftet und einen langen, heißen Abgang hat. Winzer verwenden dasselbe Wort für den Trester: Erzählt ein Kellerbesitzer, ein Weißwein habe sechs Monate auf seinem Chacha gelegen, meint er den langen Kontakt mit den Schalen im Qvevri und keinen Schuss Schnaps.
Der Name ist gesetzlich geschützt. Am 13. Dezember 2011 wurde Chacha auf Antrag des Landwirtschaftsministeriums als geografische Angabe Nr. 1 Georgiens eingetragen. Die Produktspezifikation verlangt Keltertrauben aus den Weinbauzonen des Landes, von Kachetien und Kartlien bis Imeretien, Racha, Gurien und Adscharien. Gebrannt und abgefüllt werden muss in Georgien, zur Erhöhung von Zucker- oder Alkoholgehalt darf nichts zugesetzt werden, und jede Aromatisierung muss auf dem Etikett stehen. Verkaufsfertiger Chacha muss mindestens 40 Prozent Alkohol haben. Meist ist er klar, ein blasser Strohton durch Holz ist aber erlaubt.
Wie alt ist Chacha? Der Wein hat in Georgien eine rund 8.000 Jahre alte Geschichte, das Brennen kam aber viel später. Die Weltorganisation für geistiges Eigentum setzt in ihrer Darstellung der geografischen Angabe den ersten Chacha vor mehr als tausend Jahren an. Wer behauptet, die Georgier brennten seit 8.000 Jahren Trester, verwechselt den Schnaps mit dem Wein.
| Chacha auf einen Blick | Kurz gesagt |
|---|---|
| Hergestellt aus | Gepresste Traubenschalen, Kerne und Stiele (Trester) |
| Alkoholgehalt | Im Handel mindestens 40 %, meist 40–50 %; selbst gebrannter Chacha ist oft stärker |
| Farbe | Klar; nach der Reife im Eichenfass hell- bis tiefgolden |
| Aussprache | TSCHA-tscha, mit kurzem, scharfem „tsch“ |
| Rechtlicher Status | Geografische Angabe Nr. 1 Georgiens, eingetragen 2011 |
| Brennzeit | Von Spätherbst bis Frühjahr, wenn der junge Wein sicher im Keller ist |
| Preis 2026 | Etwa 20–60 GEL (etwa 7–22 $) für eine Flasche aus industrieller Herstellung; Richtpreis |
So entsteht Chacha: Trester, kupferne Brennblase und Geduld
Chacha beginnt dort, wo der Wein aufhört, und wann gebrannt wird, hängt davon ab, wie der Wein entstanden ist. Bei der kachetischen Qvevri-Methode gärt der Most mit Schalen, Kernen und einem Teil der Stiele und bleibt den ganzen Winter darauf liegen; der Trester kommt also erst heraus, wenn der Qvevri geleert wird, oft im Spätwinter oder Frühjahr. Wird der Saft bald nach der Lese von den Schalen abgepresst, füllen die Familien den Trester in ein Fass oder einen Tank, verschließen den Behälter dicht und lassen den Trester einige Wochen gären, manchmal auch, bis es wärmer wird. Deshalb heizt ein Dorf seine Brennblasen schon im November an, während ein anderes bis März wartet.
- Den Kessel befüllen
Der vergorene Trester kommt mit etwas Wasser in einen Kessel aus Kupfer oder Stahl, damit er am Boden nicht anbrennt. Auf dem Deckel sitzt ein langes Rohr; die Fuge zwischen Deckel und Kessel wird mit Teig oder Lehm abgedichtet, damit kein Dampf entweicht. - Erhitzen und kondensieren
Ein Holzfeuer erhitzt den Kessel. Der Alkoholdampf steigt in das Rohr, das durch einen Trog oder ein Fass mit kaltem, fließendem Wasser führt, wird wieder flüssig und tropft in ein Gefäß. In vielen Dörfern steht die ganze Anlage jedes Jahr für ein paar Tage im Hof. - Vor- und Nachlauf abtrennen
Ein sorgfältiger Brenner trennt die ersten, stechend riechenden Tropfen ab, den Vorlauf, ebenso den dünnen, öligen Nachlauf am Ende. Nur der saubere Mittellauf, das Herzstück, wird zu Chacha. - Ein zweites Mal brennen – oder nicht
Viele Familien schicken den ersten Brand ein zweites Mal durch die Brennblase, damit er reiner und stärker wird. Die Regeln für den geschützten Namen begrenzen den Alkoholgehalt des Destillats vor dem Verdünnen auf 75 Prozent. - Verdünnen und ruhen lassen
Der Brand wird mit Wasser auf Trinkstärke herabgesetzt und ruht dann Wochen oder Monate in Glasbehältern, Stahltanks oder Eichenfässern. Im Eichenholz wird er golden und verliert seine Ecken und Kanten.
Weingüter arbeiten nach demselben Prinzip, nur mit größeren kupfernen Brennblasen oder mit Kolonnenbrennanlagen; anschließend wird der Chacha gefiltert, und der genaue Alkoholgehalt steht auf dem Etikett. Chacha aus kommerzieller Herstellung hatte schon im 19. Jahrhundert einen guten Ruf: Laut der nationalen Tourismus-Website Georgiens gewannen die Brüder Otskheli und Dawit Saradschischwili mit ihrem Chacha Spitzenpreise auf internationalen Ausstellungen.
Auf unserer Reise „Rtveli-Weinlese“ lesen und pressen Sie Trauben zusammen mit einer Familie in Kachetien, und wenn in dieser Woche ein Nachbar brennt, können Sie zusehen, wie der erste Chacha aus dem Rohr tropft. Die Reise ist privat und findet daher zu Reiseterminen Ihrer Wahl statt, für jede Gruppengröße und mit einem Guide in Ihrer Sprache.
Wie stark ist georgischer Chacha?
Stärker, als er schmeckt. Industriell hergestellter Chacha wird mit 40 bis 50 Prozent abgefüllt, also so stark wie Wodka oder stärker, und 40 Prozent sind das gesetzliche Minimum. Selbst gebrannter Chacha wird fast nie gemessen. Was man Ihnen in einem Dorf einschenkt, liegt meist irgendwo zwischen 45 und 60 Prozent, und ein frischer Brand kann noch schärfer sein. Ein Gastgeber, der den Chacha seiner Familie seit vierzig Jahren trinkt, wird ihn trotzdem als leicht bezeichnen; verstehen Sie das als Freundlichkeit, nicht als Messwert.
| Getränk und Menge | Typischer Alkoholgehalt | Reiner Alkohol pro Portion |
|---|---|---|
| Georgischer Wein, 150-ml-Glas | 12–14 % | Etwa 18–21 ml |
| Chacha aus dem Handel, 50-ml-Glas | 40–50 % | Etwa 20–25 ml |
| Selbst gebrannter Chacha, 50-ml-Glas | Um 45–60 %, manchmal mehr | Etwa 23–30 ml |
| Wodka, 50 ml | 40 % | 20 ml |
| Georgisches Lagerbier, halber Liter | Etwa 4,5–5 % | Etwa 23–25 ml |
Einfach gesagt: Ein kleines Glas Chacha enthält ungefähr so viel Alkohol wie ein volles Glas Wein oder ein halber Liter Bier, nur ist das Glas in ein, zwei Schlucken geleert. Chacha-Gläser fassen in Georgien meist 25 bis 50 ml, und nachgeschenkt wird, sobald Ihr Glas leer ist.
Aus Trauben, aus Obst oder im Eichenfass gereift: Chacha-Varianten zum Probieren
Streng genommen trägt nur der Traubenbrand den geschützten Namen. Im Alltag nennen die Georgier aber auch Obstbrände Chacha oder sprechen von Araki, dem allgemeinen Wort für Gebranntes aller Art. Was in die Brennblase kommt, hängt von der Region ab und davon, was in dem Jahr im Garten gereift ist.
| Variante | Hergestellt aus | Was Sie erwartet |
|---|---|---|
| Chacha aus weißen Trauben | Trester von Rkaziteli, Mzwane und anderen weißen Sorten, die den Großteil der Lese in Kachetien stellen | Leicht, blumig und sauber; die Alltagsvariante |
| Chacha aus roten Trauben | Trester von Saperavi und anderen roten Sorten | Oft etwas runder und fruchtiger |
| Im Eichenfass gereifter Chacha | Trauben-Chacha, der Monate oder Jahre in Eichenfässern reift | Golden, weicher und näher am Weinbrand |
| Tutis Araki | Reife Maulbeeren | Süß duftend und mild; meist selbst gebrannt |
| Feijoa-Chacha | Feijoa, die subtropische Frucht aus Adscharien, Gurien und Mingrelien | Parfümiert und tropisch; eine Spezialität Westgeorgiens |
| Anderes Obst | Feigen, Birnen, Quitten, Pflaumen oder Kornelkirschen | Von Familie zu Familie verschieden |
| Aromatisierter Chacha | Trauben-Chacha, angesetzt mit Estragon, Honig, Kräutern oder Obst | Milder in der Nase; auf dem Etikett muss „aromatisiert“ stehen |
Obstbrände sind meist selbst gebrannt und kommen auf den Tisch, wenn ein Gastgeber etwas Besonderes zeigen will. Mit den aromatisierten und den fassgereiften Varianten experimentieren die kommerziellen Hersteller, und von ihnen stammen die interessantesten Flaschen zum Mitnehmen.
Selbst gebrannt oder aus dem Handel: welcher Chacha der richtige ist
| Selbst gebrannt | Aus dem Handel | |
|---|---|---|
| Wer ihn herstellt | Familien auf dem Dorf, Gästehäuser und kleine Keller | Weingüter und Brennereien |
| Alkoholgehalt | Nicht gemessen, oft um 45–60 % | Auf dem Etikett, meist 40–50 % |
| Geschmack | Von hervorragend bis rau, je nachdem, wie Vor- und Nachlauf abgetrennt wurden | Gleichbleibend, gefiltert, milder |
| Wo Sie ihn bekommen | Am Tisch eingeschenkt; in Plastikflaschen auf Märkten | Supermärkte, Weinhandlungen, Läden der Weingüter, Duty-free-Shops am Flughafen |
| Reisetauglich? | Nein: ohne Etikett, oft in Plastik | Ja: versiegelt, mit aufgedrucktem Alkoholgehalt |
In den Regalen stehen große Namen wie Askaneli, Chateau Mukhrani, Tbilvino, Teliani Valley, Badagoni, Kindzmarauli Corporation und Telavi Wine Cellar, und viele kleinere Keller in Kachetien füllen inzwischen ihren eigenen Chacha ab, klar oder im Eichenfass gereift. Unser Rat für den ersten Schluck: Trinken Sie den selbst gebrannten Chacha einer Familie an deren eigenem Tisch, wo Sie genau wissen, wer ihn gemacht hat, und kaufen Sie für die Heimreise eine Flasche mit Etikett bei einem Weingut, das Ihnen gefallen hat.
Wie die Georgier Chacha trinken: Gläser, Essen und Trinksprüche
Chacha gehört zu bestimmten Momenten, nicht zum ganzen Abend. Hier begegnen Sie ihm am ehesten:
- Zur Begrüßung. Mancher Gastgeber stellt gleich bei Ihrer Ankunft kleine Gläser auf den Tisch, dazu Käse, Brot und eingelegtes Gemüse, selbst mitten am Vormittag.
- Am Ende einer Weinprobe im Keller, nach den Weinen, als hauseigener Brand der Familie.
- In Gästehäusern in den Bergen an kalten Tagen, manchmal sogar zum Frühstück.
- Bei einer Supra, neben dem Wein. Die großen Trinksprüche gehören dem Wein; Chacha kommt eher früh zum Auftakt auf den Tisch oder spät, wenn die wichtigsten Trinksprüche des Tamada gesprochen sind.
- Als Hausmittel. Viele ältere Georgier nehmen ihn noch heute für Umschläge gegen Schmerzen, zum Einreiben bei Erkältung und als kleines Glas gegen einen vollen Magen.
Das Glas ist klein, der Chacha ist in ein, zwei Schlucken getrunken, und gleich danach wird gegessen: eingelegte grüne Tomaten oder Gurken, Sulguni-Käse, Brot oder Aufschnitt. Chacha aus dem Handel kommt oft eiskalt aus dem Gefrierfach, selbst gebrannter wird zimmerwarm eingeschenkt. Zu jedem Glas gehören ein paar Worte, und sei es nur gaumarjos, „Sieg“, wenn sich die Gläser heben. Unser Ratgeber zur Supra erklärt die Abfolge der Trinksprüche und die Aufgaben des Tamada; hier gelten dieselben Regeln: Trinken Sie, wenn ein Trinkspruch ausgebracht wird, nicht für sich allein.
Chacha verantwortungsvoll trinken
- Essen Sie vorher etwas und hören Sie nicht auf zu essen. Chacha auf nüchternen Magen ist der schnellste Weg, den Abend vorzeitig zu beenden.
- Trinken Sie zwischen den Trinksprüchen Wasser. Auf jedem georgischen Tisch steht Mineralwasser, und niemand stört sich daran, wenn Sie danach greifen.
- Hören Sie auf, wann Sie wollen. Legen Sie die Hand über Ihr Glas oder sagen Sie sakmarisia, „genug“. Wenn Sie sagen, dass Sie gar keinen Alkohol trinken, ob aus gesundheitlichen, religiösen oder anderen Gründen, wird das ebenfalls akzeptiert.
- Denken Sie an morgen. Ein früher Aufbruch in die Berge nach einer Nacht mit Chacha fällt jedem schwer, und bei Hitze und in der Höhe wirken Spirituosen stärker.
- Setzen Sie sich nach dem Trinken nie ans Steuer. Die Promillegrenze für Autofahrer liegt in Georgien bei 0,3 Promille (0,03 Prozent), und schon ein einziges Glas Chacha kann genügen, um sie zu überschreiten. Auf unseren Touren trinkt der Fahrer nie, Ihnen steht es also frei.
Wo Sie Chacha in Georgien probieren und kaufen
In Tiflis
Die meisten traditionellen Restaurants schenken Chacha glasweise oder in der Halbliterkaraffe aus, und die Naturweinbars in Sololaki und in der Altstadt haben für den späten Abend ein paar Flaschen kleiner Erzeuger im Regal. Immer mehr Cocktailbars mixen Chacha dort, wo man Gin oder Wodka erwarten würde, oft mit Estragon oder Feijoa. Flaschen kaufen Sie in Weinfachgeschäften, in den Markenläden der größeren Weingüter oder in großen Supermarktketten wie Carrefour, Spar, Nikora und Goodwill. Auf dem Dezerter-Basar lassen Händler selbst gebrannten Chacha aus Plastikflaschen probieren: Das macht Spaß, nur ist die Qualität schwer einzuschätzen.
In Kachetien
Am besten schmeckt Chacha dort, wo er gebrannt wurde. Viele Winzerfamilien rund um Telavi, Kvareli und Sighnaghi beenden eine Weinprobe in ihrem Keller mit einem Glas aus eigener Herstellung, und die größeren Weingüter verkaufen gereiften Chacha in ihren Läden. Unser Ratgeber zu den besten Weingütern Kachetiens nennt Keller, bei denen Chacha zur normalen Weinprobe gehört, etwa Twins Old Cellar in Napareuli. Beschränken Sie sich auf zwei oder drei Keller pro Tag und lassen Sie jemand anderen fahren.
In Batumi und Westgeorgien
Im Westen werden mehr Obstbrände gebrannt: Varianten aus Feijoa und Feigen finden Sie auf dem Zentralmarkt von Batumi und in Gästehäusern auf dem Dorf überall in Imeretien und Gurien. Batumi hatte einst einen Chacha-Turm, einen Uhrturm von 2012, aus dessen Brunnen zu festen Zeiten Chacha fließen sollte. Das funktionierte nur kurze Zeit, und Berichten zufolge wurde der Turm 2024 abgebaut; planen Sie also keinen Besuch eigens dafür ein.
| Was | Richtpreis 2026 | Hinweise |
|---|---|---|
| Halber Liter Haus-Chacha im Restaurant in Tiflis | Ab etwa 13 GEL (etwa 5 $) | Oft von der Familie des Wirts oder aus einem Keller der Umgebung |
| Flasche aus industrieller Herstellung im Supermarkt oder in der Weinhandlung | Etwa 20–60 GEL (etwa 7–22 $) | Auf Alkoholgehalt und Steuermarke achten |
| Gereifter oder aromatisierter Chacha aus Kleinbrennereien | Etwa 70–115 GEL (etwa 26–43 $) | Kleine Erzeuger; schöne Flaschen zum Verschenken |
| Ein Glas am Familientisch | Kostenlos | Aus Gastfreundschaft eingeschenkt, nie verkauft |
Die Preise sind Richtwerte für den Herbst 2026 und hängen vom Erzeuger und von der Flaschengröße ab.
Auf unserer siebentägigen Rundreise „Wein und Supra“ kommt Chacha meist so auf den Tisch, wie es sich gehört: als letztes Glas nach den Qvevri-Weinproben in den Kellern von Winzerfamilien in Kachetien und bei einer großen Supra in Sighnaghi mit Tamada und polyphonem Gesang. Für einen einzelnen Tag gibt es den „Tagesausflug ins Weinland Kachetien“ ab Tiflis mit Mittagessen und Qvevri-Weinprobe bei einer Winzerfamilie. Beide sind privat, zu jedem Termin Ihrer Wahl möglich und für jede Gruppengröße geeignet.
Chacha mit nach Hause nehmen: Freimengen und Regeln der Fluggesellschaften
Für den Eigenbedarf begrenzt Georgien selbst nicht, wie viele Flaschen Sie ausführen. Entscheidend sind die Regeln Ihrer Fluggesellschaft und die des Landes, in das Sie fliegen.
| Regel | Grenze 2026 (vor dem Flug prüfen) |
|---|---|
| Sicherheitsregeln der Fluggesellschaften | Spirituosen über 70 % in jedem Gepäck verboten; mit 24–70 % bis zu 5 Liter pro Person erlaubt, in ungeöffneter Verkaufsverpackung |
| Handgepäck | Flüssigkeiten über 100 ml nur, wenn im Duty-free-Shop des Flughafens gekauft und in der versiegelten Sicherheitstüte verpackt |
| Einreise in die EU | 1 Liter Spirituosen über 22 % zollfrei pro Person ab 17 Jahren |
| Einreise nach Großbritannien | 4 Liter Spirituosen pro Person ab 18 Jahren |
| Einreise in die USA | 1 Liter zollfrei pro Person ab 21 Jahren; mehr gegen Zoll, je nach Recht des Bundesstaats |
| Einreise nach Kanada | 1,14 Liter Spirituosen, anstelle der Freimenge für Wein oder Bier |
| Einreise nach Australien | Insgesamt 2,25 Liter alkoholische Getränke pro Person ab 18 Jahren |
- Kaufen Sie versiegelte Flaschen mit aufgedrucktem Alkoholgehalt. Selbstgebranntes in einer Wasserflasche erfüllt die Vorschrift zur Verkaufsverpackung nicht und kann Ihnen beim Check-in oder am Zielort abgenommen werden.
- Stecken Sie jede Flasche in eine Plastiktüte, wickeln Sie sie in Kleidung ein und legen Sie sie in die Mitte eines Hartschalenkoffers.
- In den Duty-free-Shops des Flughafens Tiflis gibt es Chacha hinter der Sicherheitskontrolle, falls Sie ihn lieber im Handgepäck mitnehmen. Bei einem Umstieg lassen Sie die Sicherheitstüte versiegelt, bis Sie an Ihrem Endziel gelandet sind.
Welche Freimengen Georgien selbst bei der Einreise gewährt, steht in unserem Ratgeber zur Einreise nach Georgien; wie Sie Weinflaschen verpacken, erklärt unser Ratgeber zum georgischen Wein.
Ist selbst gebrannter Chacha sicher? Methanol und andere Risiken
Chacha von Familien, die seit Generationen brennen, wird in ganz Georgien jeden Tag bedenkenlos getrunken. Probleme entstehen durch nachlässiges Brennen, durch Schnaps unbekannter Herkunft und ganz einfach dadurch, dass man es übertreibt.
Jeder Obst- und Traubenbrand enthält etwas Methanol, das aus dem Pektin der Schalen entsteht; Tresterbrände enthalten deshalb mehr davon als Getreidebrände. Ein guter Brenner hält den Gehalt niedrig, indem er einwandfreien, frischen Trester verwendet und Vor- und Nachlauf sorgfältig abtrennt. Schwere Vergiftungen sind selten und gehen meist auf schlecht gebrannten oder mit Industriealkohol gestreckten Schnaps zurück; kaufen Sie deshalb am Straßenrand keine Flaschen ohne Etikett von Unbekannten.
- Merken Sie sich die Warnzeichen. Eine Methanolvergiftung zeigt sich oft 12 bis 24 Stunden nach dem Trinken, mit starken Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen, schneller Atmung und verschwommenem Sehen oder einem Flimmern wie Schneegestöber. Wer diese Anzeichen hat, muss schnell ins Krankenhaus: Rufen Sie die 112 an, die Notrufnummer in Georgien.
- Fragen Sie nach dem Alkoholgehalt und schenken Sie wenig ein. Ein zweites Glas geht immer, das erste zurücknehmen nicht.
- Verzichten Sie auf Chacha, wenn Sie schwanger sind, wenn der Beipackzettel Ihrer Medikamente vor Alkohol warnt oder vor einer Fahrt in die Berge oder einer langen Wanderung.
- Trinken Sie bei Hitze und in der Höhe viel Wasser, denn dort wirkt ein Glas stärker als zu Hause.
Andere georgische Getränke: Limonade, Mineralwasser, Bier und Tee
In Georgien steht der Wein an erster Stelle; Qvevri, Orange Wine (Bernsteinwein) und die Rebsorten erklärt unser Ratgeber zum georgischen Wein. Hier geht es um die anderen georgischen Getränke, die Ihnen auf fast jedem Tisch begegnen.
| Getränk | Was es ist | Wo probieren |
|---|---|---|
| Tarkhuna | Süße Estragonlimonade, meist leuchtend grün | In jedem Restaurant und Laden |
| Lagidze-Wasser | Frucht- oder Kräutersirup, an der Theke mit Sodawasser gemischt | Traditionelle Cafés in Tiflis |
| Borjomi | Salziges, stark mineralisiertes Wasser mit natürlicher Kohlensäure | Auf jedem Tisch; an der Quelle in Borjomi |
| Nabeghlavi | Leichteres Sprudelwasser aus Gurien | Auf jedem Tisch |
| Georgisches Bier | Meist helles Lagerbier; Craft-Biere in den Städten; selbst gebrautes Bier in den Bergen | Zu Khinkali, in Bierhallen |
| Georgischer Tee | Schwarzer und grüner Tee aus dem Westen; Kräutertees in den Bergen | Gästehäuser, Teefarmen in Gurien |
| Georgischer Weinbrand | Aus Wein gebrannt und im Eichenfass gereift, verkauft als Konyaki | Nach dem Essen; als Geschenk |
Tarkhuna und Lagidze-Wasser
Georgische Limonade ist kein Zitronensaft mit Zucker, sondern eine süße Brause in einem Dutzend Geschmacksrichtungen. Am bekanntesten ist Tarkhuna, die mit Estragon hergestellt wird, leicht nach Anis schmeckt und meist leuchtend grün gefärbt ist. Ihre Geschichte beginnt in Kutaisi, wo 1887 der junge Apotheker Mitrofan Lagidze begann, Sodawasser mit selbst gemachten Sirupen aus Früchten und Kräutern zu mischen, darunter Estragon. 1906 zog er nach Tiflis und eröffnete ein Geschäft an der Rustaweli-Allee, und Lagidze-Wasser blieb über die Jahrzehnte der Sowjetzeit ein besonderer Genuss der Hauptstadt.
Heute füllen Natakhtari, Zedazeni und Kazbegi Limonade in Geschmacksrichtungen wie Estragon, Birne, Sahne (Nagebi), Feijoa, Saperavi-Traube und Zitrone ab. Wer das Original sucht, geht an eine Theke, an der Sirup und Sodawasser frisch gemischt werden; im Café von Lagidze-Wasser in Tiflis ist das bis heute so, und ein kaltes Glas passt hervorragend zu heißem Khachapuri.
Borjomi, Nabeghlavi und andere Mineralwässer
Zu keinem Getränk greifen die Georgier häufiger als zu Mineralwasser. Borjomi aus dem gleichnamigen Kurort rund 160 km westlich von Tiflis sprudelt von Natur aus, ist recht salzig und stark mineralisiert. Viele schwören darauf zu üppigem Essen und am Morgen nach einem Festmahl; andere brauchen ein paar Anläufe, bis es ihnen schmeckt. Im Kurpark von Borjomi können Sie am Quellpavillon kostenlos eine Flasche abfüllen; dort sprudelt das Wasser mit etwa 38 bis 41 °C warm hervor.
Nabeghlavi, auch Nabeglavi geschrieben, stammt aus einer Quelle in den bewaldeten Vorbergen Guriens und wird seit 1958 abgefüllt. Es ist leichter und weniger salzig und deshalb in vielen Haushalten das Wasser, das man täglich zum Essen trinkt. Weitere Sprudelwässer sind Sairme aus Imeretien und Likani aus dem Tal von Borjomi, und stille Wässer wie Bakuriani und Sno füllen den Rest des Kühlschranks. In Tiflis und den größeren Städten wird das Leitungswasser aufbereitet und ist in der Regel trinkbar.
Georgisches Bier und Selbstgebrautes aus den Bergen
Die Georgier trinken viel kaltes Lagerbier, vor allem von den großen Brauereien Natakhtari, Zedazeni, Kazbegi und Argo, und zu fast jedem Teller Khinkali kommt ein halber Liter vom Fass. In Tiflis und Batumi schenken inzwischen auch Craft-Brauereien IPAs, Stouts und unfiltrierte Biere aus. Mit Bier werden keine Trinksprüche ausgebracht: Nach altem Aberglauben gilt ein Trinkspruch mit Bier einem Feind; wechseln Sie also zu Wein oder Wasser, wenn sich der Tamada erhebt.
In den Hochtälern von Khevsureti, Pshavi und Tuschetien, wo Gerste weit besser gedieh als Weinreben, brauen Familien für die Feste an ihren Heiligtümern und für Dorffeste ihr eigenes Bier. Im Laden finden Sie es nicht, aber im Sommer schenkt Ihnen vielleicht ein Gästehaus in Schatili oder Omalo ein Glas ein.
Georgischer Tee und Kräutertees
Georgien war einst ein bedeutendes Teeanbauland. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in Gurien Teesträucher gepflanzt, und in den 1890er-Jahren folgten große Plantagen in Chakvi bei Batumi, die der chinesische Teemeister Lau Jen Jau leitete. In der Sowjetzeit lieferten die Teegärten Guriens, Adschariens, Mingreliens und Imeretiens den größten Teil des Tees der UdSSR; in den 1990er-Jahren brach die Branche zusammen. Heute stellen kleine Familienbetriebe, viele davon rund um Ozurgeti in Gurien, handgepflückten Schwarz- und Grüntee her, den Sie direkt auf dem Hof probieren können. In Gästehäusern in den Bergen bekommen Sie eher Kräutertee aus Thymian, Minze oder Hagebutten, dazu hausgemachte Marmelade.
Georgischer Weinbrand
Georgischer Weinbrand, der als Konyaki verkauft wird, ist ein anderes Getränk als Chacha: Er wird aus Wein statt aus Trester gebrannt und jahrelang im Eichenfass gereift. Die Tradition geht auf Dawit Saradschischwili zurück, der 1884 in Tiflis sein Weinbrandhaus gründete, und eine gereifte Flasche ist ein klassisches Geschenk.
Chacha und georgische Getränke: häufige Fragen
Woraus wird Chacha hergestellt?
Aus Traubentrester, also allem, was in der Presse zurückbleibt, wenn der Saft abgelaufen ist: Schalen, Kerne und Reste der Stiele. Der Trester wird vergoren und dann gebrannt, meist in einer kupfernen Brennblase. Auch selbst gebrannte Schnäpse aus Maulbeeren, Feigen, Birnen oder Feijoa heißen Chacha, aber nur der Traubenbrand trägt den geschützten georgischen Namen.
Wie viel Prozent hat georgischer Chacha?
Chacha aus dem Handel muss laut Gesetz mindestens 40 Prozent Alkohol haben, und auf den meisten Etiketten stehen 40 bis 50 Prozent. Selbst gebrannter Chacha wird selten gemessen und liegt oft bei etwa 45 bis 60 Prozent. Ein 50-ml-Glas enthält etwa so viel Alkohol wie ein volles Glas Wein.
Ist Chacha dasselbe wie Grappa oder Wodka?
Chacha ähnelt am ehesten dem Grappa, denn beide sind Brände aus Traubentrester. Wodka wird meist aus Getreide oder Kartoffeln hergestellt und zu einem neutralen Alkohol destilliert, während Chacha den Duft der Traube behält. Die Georgier nennen Chacha manchmal Traubenwodka, daher kommt die Verwechslung.
Wie schmeckt Chacha?
Guter Chacha ist trocken und sauber, mit traubigem, leicht blumigem Duft und einem warmen Abgang. Im Eichenfass gereifter Chacha ist golden und weicher, mit Anklängen von Vanille und Trockenfrüchten. Schlecht gebrannter Chacha riecht nach Lösungsmittel und brennt bis in den Magen; den dürfen Sie ruhig stehen lassen.
Wie trinkt man Chacha in Georgien?
Aus einem kleinen Glas, nach einem Trinkspruch, und gleich danach wird gegessen. Chacha aus dem Handel wird oft eiskalt serviert, selbst gebrannter zimmerwarm. Nippen ist in Ordnung, niemand erwartet, dass Sie mit Ihrem Gastgeber mithalten, und eine Hand über dem Glas bedeutet, dass Sie genug haben.
Darf man Chacha aus Georgien mitnehmen?
Ja, in versiegelten Flaschen mit Etikett im aufgegebenen Gepäck. Fluggesellschaften verbieten Spirituosen über 70 Prozent und erlauben bis zu 5 Liter pro Person mit 24 bis 70 Prozent. Wie viel Sie zollfrei einführen dürfen, bestimmt die Freimenge Ihres Heimatlandes: 2026 sind es 1 Liter für die EU und die USA und 4 Liter für Großbritannien.
Ist selbst gebrannter Chacha unbedenklich?
Chacha von einem Gastgeber, der ihn jedes Jahr brennt, ist in der Regel unbedenklich und wird in ganz Georgien getrunken. Meiden Sie Schnaps ohne Etikett von unbekannten Verkäufern, trinken Sie aus kleinen Gläsern und essen Sie dazu. Bei starken Kopfschmerzen, Erbrechen oder verschwommenem Sehen einige Stunden nach dem Trinken müssen Sie sofort ins Krankenhaus; rufen Sie also die 112 an.
Welche georgischen Getränke sind neben Wein am beliebtesten?
Mineralwasser, vor allem Borjomi und Nabeghlavi, steht auf jedem Tisch, und Tarkhuna, die grüne Estragonlimonade, ist das beliebteste Erfrischungsgetränk. Lagerbier von Natakhtari, Zedazeni und Kazbegi, Tee aus Westgeorgien, Chacha und im Eichenfass gereifter georgischer Weinbrand vervollständigen die Liste.



















