- Kubdari ist ein runder, geschlossener Fladen aus Swanetien im Nordwesten Georgiens, gefüllt mit gewürfeltem Rind- oder Schweinefleisch, Zwiebeln, Knoblauch und swanetischen Gewürzen statt mit Käse.
- Kubdari ist keine Khachapuri-Sorte: Der Teig ist dicker, das rohe Fleisch gart im Inneren der Kruste, und auf Swanisch hat das Gericht einen eigenen Namen, Kubed.
- Am 9. März 2015 erklärte Georgien die traditionelle Zubereitung von Kubdari zum immateriellen Kulturerbe, zusammen mit swanetischem Salz, Tashmijabi und Hirse-Khachapuri.
- Swanetisches Salz (Svanuri Marili) ist grobes Salz, das mit Knoblauch, Koriander, Blauem Bockshornklee und weiteren getrockneten Kräutern zerstoßen wird; kaufen Sie es feucht, dunkel und in einem verschlossenen Glas.
- Das beste Kubdari wird in den Gästehäusern und Cafés von Mestia und Ushguli auf Bestellung gebacken; auch Bäckereien und Khachapuri-Cafés in Tiflis verkaufen es.
Kubdari ist ein mit Fleisch gefülltes Brot aus Swanetien, einer Region hoher Täler im Nordwesten Georgiens. Stellen Sie sich einen flachen, runden Laib vor, etwa so breit wie ein Speiseteller. Darin steckt gewürfeltes Rind- oder Schweinefleisch mit Zwiebeln, Knoblauch und einer kräftigen Mischung swanetischer Gewürze. Der Fladen wird goldbraun gebacken, mit Butter bestrichen und kommt in Tortenstücke geschnitten auf den Tisch. Die Swanen nennen Kubdari ihr Nationalgericht, und fast jedes Café zwischen Mestia und Ushguli hat es auf der Karte.
Dieser Ratgeber erklärt Kubdari in einfachen Worten für Erstbesucher. Sie erfahren, was es von Khachapuri unterscheidet und woher sein Geschmack kommt. Danach lernen Sie die übrige swanetische Küche kennen: Tashmijabi, Chvishtari, Hirse-Khachapuri und swanetisches Salz, die Gewürzmischung, die fast jeder Besucher mit nach Hause nimmt. Zum Schluss folgen die besten Adressen in Mestia, Ushguli und Tiflis, Tipps zum Salzkauf und ein kurzer kulinarischer Reiseplan für Swanetien.
Was ist Kubdari? Das swanetische Fleischbrot erklärt
Kubdari (კუბდარი) ist ein Hefefladen mit Fleischfüllung. Rohes, klein geschnittenes Fleisch wird in eine Teigplatte eingeschlagen, zu einer flachen Scheibe verschlossen und gebacken. Dabei gart das Fleisch in der Kruste im eigenen Saft. Schneidet man den Fladen an, steigt Dampf auf, der nach Koriander und Zwiebeln duftet. Ausgesprochen wird das Wort etwa „kub-da-ri“, alle Silben gleich betont.
Das Gericht stammt aus Oberswanetien, einem Land der Steintürme und Gletscher unterhalb des Kaukasus-Hauptkamms. Die Swanen sprechen zudem eine eigene Sprache, und auf Swanisch heißt Kubdari Kubed oder Kuptaari. Die meisten swanetischen Familien backen es bis heute selbst, für Gäste und an Feiertagen.
| Kubdari auf einen Blick | Kurz gesagt |
|---|---|
| Georgischer Name | კუბდარი; auf Swanisch Kubed oder Kuptaari |
| Heimatregion | Oberswanetien im Nordwesten Georgiens |
| Füllung | Gewürfeltes Rind, Schwein oder beides, mit Zwiebeln, Knoblauch und swanetischen Gewürzen |
| Teig | Hefeteig oder ein schneller Teig mit Matsoni-Joghurt und Natron |
| Form | Flach, rund und geschlossen; in Tortenstücken serviert |
| Status als Kulturerbe | Traditionelle Zubereitung am 9. März 2015 zum immateriellen Kulturerbe Georgiens erklärt |
| Wo es Kubdari gibt | Gästehäuser und Cafés in Mestia und Ushguli; Bäckereien in ganz Georgien |
| Dazu passt | Tomaten-Gurken-Salat mit swanetischem Salz, eingelegtes Gemüse, Bier oder Limonade |
Kubdari oder Khachapuri? Der Unterschied zwischen den beiden Broten
Viele Besucher sehen Kubdari zum ersten Mal im Schaufenster einer Bäckerei neben Khachapuri und halten es für dasselbe Brot, nur mit Fleisch. Beide sehen sich ähnlich, und die Bäcker verkaufen sie im selben Regal. Doch Khachapuri bedeutet Käsebrot, und in Kubdari steckt überhaupt kein Käse.
| Kubdari | Khachapuri (Imeruli) | |
|---|---|---|
| Füllung | Rohes, gewürfeltes Fleisch, Zwiebeln, Knoblauch und Gewürze | Frischer, salziger Käse |
| Teig | Dicker, damit er den Fleischsaft hält | Dünner und weicher |
| Heimatregion | Swanetien | Imeretien (die runde Sorte); jede Region hat ihre eigene |
| Geschmack | Herzhaft, kräuterwürzig und pfeffrig | Mild, milchig und salzig |
| Eintrag als Kulturerbe | 2015, als swanetisches Gericht | 2019, die Khachapuri-Tradition |
Eigene Käsebrote hat Swanetien auch: Fragen Sie nach Petvraali, dem weiter unten beschriebenen Hirse-Khachapuri. Einen Vergleich aller Käsebrote Georgiens finden Sie in unserem Khachapuri-Ratgeber.
Was in Kubdari steckt: Fleisch, swanetisches Salz und Familienrezepte
Jede Familie hat ihre eigene Variante, doch die Grundlage ist einfach. Zuerst kommt das Fleisch: junges Rindfleisch, Schweinefleisch oder halb und halb, mit so viel Fett, dass es saftig bleibt. Es wird mit dem Messer in kleine Würfel geschnitten und nie durch den Fleischwolf gedreht. Danach kneten swanetische Köche das Fleisch lange mit den Händen. So wird die Füllung zart und gart schnell. Anschließend kommen Zwiebeln und Knoblauch dazu, zum Schluss die Gewürze.
Die Gewürze: swanetisches Salz, Utskho Suneli und Gitsruli
Den Großteil des Geschmacks liefern einige wenige getrocknete Kräuter. Den Ton gibt gemahlener Koriander an. Utskho Suneli, der georgische Name für gemahlenen Blauen Bockshornklee, bringt eine süßliche, nussige Tiefe. Dazu kommen Dill, schwarzer Pfeffer und etwas Chili. Viele Köche würzen das Fleisch einfach mit swanetischem Salz, in dem die meisten dieser Kräuter schon stecken.
Das rätselhafte Gewürz heißt Gitsruli. Ohne Gitsruli, sagen die Swanen, schmeckt Kubdari nicht richtig, doch niemand ist sich einig, welche Pflanze es ist. Manche halten es für Kümmel, andere für wilden Kreuzkümmel, wieder andere für wilden Dill. Laut der Nationalen Tourismusverwaltung Georgiens wird es größtenteils auf den Heuwiesen von Ushguli gesammelt.
Regionale Varianten und Familienrezepte
- Fleisch: Üblich sind Rind, Schwein oder eine Mischung. Ältere Reiseführer und Foodjournalisten erwähnen auch Lamm und Zicklein.
- Forelle: Eine seltene swanetische Variante ersetzt das Fleisch durch Forellen aus den Bergbächen.
- Mulakhi bei Mestia: Rind- oder gemischtes Fleisch mit Dill, Koriander, Utskho Suneli, Kreuzkümmel und swanetischem Salz, von beiden Seiten gebacken.
- Lenjeri, ebenfalls bei Mestia: meist schlichtes Rindfleisch mit Chmeli Suneli, Pfeffer und swanetischem Salz, ohne frische Kräuter.
- Teig: Hefe und Wasser, ein gehaltvollerer Milchteig mit etwas Fett oder ein schneller Teig, der mit Matsoni-Joghurt und Natron aufgeht.
- Swanetisches Salz: Jede Dorfgemeinschaft mischt ihr eigenes, deshalb schmeckt dasselbe Kubdari in jedem Tal ein wenig anders.
Wenn Sie Kubdari zu Hause selbst backen möchten, folgen Sie unserem Kubdari-Rezept mit Grammangaben und Backzeiten.
Kubdari: Geschichte und Status als Kulturerbe
Keine schriftliche Quelle verrät, wann das erste Kubdari aus einem swanetischen Ofen kam. Es gehört zur abgeschlossenen Welt Oberswanetiens, wo der Schnee die Dörfer monatelang abschnitt und die Familien von dem lebten, was sie selbst erzeugten. Laut der Nationalen Tourismusverwaltung kam zuerst Wild in die Füllung, Fleisch von Nutztieren erst später. Für die Swanen ist das Gericht heute ein Symbol der Heimat.
Die offizielle Anerkennung folgte am 9. März 2015. An diesem Tag unterzeichnete die Nationale Agentur für den Schutz des Kulturerbes Georgiens die Anordnung Nr. 2/34. Mit ihr erhielten sechs swanetische Traditionen den Status eines Denkmals des immateriellen Kulturerbes. Vier davon stammen aus der Küche: Kubdari, swanetisches Salz, Tashmijabi und Hirse-Khachapuri. Die beiden anderen sind Handwerkstraditionen: die Herstellung des Chuniri, eines Streichinstruments der Volksmusik, und der swanetischen Filzmütze. Der Status gilt jeweils für die traditionelle Herstellungsweise, nicht für eine Marke.
Kubdari an Festtagen
- Weihnachten, 7. Januar: Laut der Nationalen Tourismusverwaltung ist Kubdari das swanetische Gericht auf der Weihnachtstafel.
- Lamproba, meist am 14. Februar: Für die swanetische Fackelnacht backt man eigens Lemzir, ein mit Käse gefülltes Brot.
- Svanetoba, meist am letzten Juliwochenende: An den Essensständen dieses Volksfests in Mestia wird Kubdari verkauft.
- Dorffeste im Sommer: Mkheroba (25. Juli), Kvirikoba (28. Juli) und Limrieoba in Ushguli (28. August) enden alle an gemeinsamen Tafeln mit Gerichten aus der Gegend.
Swanetisches Salz (Svanuri Marili): was darin steckt und wie Sie es verwenden
Swanetisches Salz ist die Würze, die die Küche der Swanen zusammenhält. Die Georgier nennen es Svanuri Marili, auf Swanisch heißt es Lushnu Jim. Grobes Salz wird mit Knoblauch und getrockneten Kräutern zerstoßen, bis die Mischung feucht ist und duftet. Üblich sind Koriander, Blauer Bockshornklee, Dill, Chili, getrocknete Blütenblätter der Tagetes (Studentenblume) und Kümmel oder Gitsruli. Manche Familien geben Chmeli Suneli dazu, und in Lenjeri kommt sogar etwas Walnuss hinein.
Das Mischungsverhältnis ändert sich von einer Dorfgemeinschaft zur nächsten. Der Überlieferung nach war Salz in den Bergen einst knapp, also streckten die Swanen es mit Kräutern, und aus der Mischung wurde ein ganz eigener Geschmack.
Verwenden Sie es wie jedes Gewürzsalz, nur großzügiger. Die Swanen streuen es auf Gurken-Tomaten-Salat, Bratkartoffeln, gegrilltes Schweinefleisch, Fisch und Frischkäse und rühren es auch in Suppen und Saucen. Im Kubdari kann es sowohl das normale Salz als auch die meisten Gewürze ersetzen.
Swanetisches Salz als Mitbringsel kaufen
Swanetisches Salz ist das einfachste essbare Mitbringsel aus Georgien: leicht, lange haltbar und täglich zu gebrauchen. In Mestia verkaufen es Lebensmittel- und Souvenirläden in Gläsern und Tüten, und manche Gästehäuser bieten ihr eigenes an. In Tiflis schauen Sie an den Gewürzständen des Dezerter-Basars vorbei. Auch Supermärkte in ganz Georgien führen Gläser aus industrieller Herstellung.
- Fühlen Sie nach. Gutes swanetisches Salz ist feucht, fast nass, weil es mit frischem Knoblauch zerstoßen wird.
- Riechen Sie daran. Öffnen Sie das Glas: Ein kräftiger Kräuterduft zeigt, dass die Gewürze frisch sind.
- Schauen Sie genau hin. Eine dunklere Mischung mit großen Salzkristallen ist besser als eine blasse, leuchtend gelbe.
- Wählen Sie ein verschlossenes Glas oder eine Dose. So bleibt das Aroma drin und der Knoblauchgeruch aus Ihrer Tasche draußen.
Swanetische Küche jenseits von Kubdari: Tashmijabi, Chvishtari und mehr
Die swanetische Küche ist Bergküche. Auf den Tisch kommen Kartoffeln, Käse, Mais, Hirse, Fleisch und getrocknete Kräuter, und die Gerichte sollen nach einem Tag im Freien wärmen. Viele davon kommen ohne Fleisch aus, eine gute Nachricht für Vegetarier.
| Gericht | Was es ist | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Tashmijabi (თაშმჯაბი) | Gekochte Kartoffeln, mit Frischkäse zerstampft und auf dem Herd gerührt, bis die Masse Fäden zieht | 2015 zum Kulturerbe erklärt; heiß essen |
| Chvishtari (ჭვიშტარი) | Maismehlteig mit geriebenem Käse, zu kleinen Fladen geformt und gebacken oder gebraten | Auch mit gemahlener Hirse |
| Petvraali, Hirse-Khachapuri | Käsebrot mit Hirse in der Füllung, nur von einer Seite gebacken | 2015 zum Kulturerbe erklärt |
| Lemzir | Mit Käse gefülltes Brot, zu Lamproba gebacken | Nur im Februar |
| Pachkhi oder Chkhetvra | Zerbröseltes Brot, mit geriebenem Käse und Salz vermengt | Schlichte Hausmannskost |
| Narchvi | Käse, in einen geschlossenen Topf gepresst und nach und nach mit frischem Käsebruch aufgefüllt | Vor allem in den tiefer gelegenen Dörfern |
| Swanetischer Sulguni | Pasta-filata-Käse aus der Gegend von Mestia und Lentekhi | Seit 2012 geschützter Name |
Tashmijabi, das Fäden ziehende swanetische Püree
Wenn Sie außer Kubdari nur ein einziges Gericht probieren, dann Tashmijabi. Die Kartoffeln werden gekocht, zerstampft und bei kleiner Flamme kräftig mit frischem Sulguni verrührt. Der Käse schmilzt, und wenn Sie den Löffel heben, zieht das Püree lange, glänzende Bänder. Tashmijabi ist gehaltvoll und macht satt; teilen Sie sich also eine Schüssel.
Die Namen wechseln von Tal zu Tal. In Lenjeri und Ushguli heißt dieses Kartoffelpüree Shusha oder Mertsv, und Tashmijabi kann dort gereiften Käse bedeuten, der mit etwas Mehl geschmolzen wird.
Chvishtari und die Hirsebrote
Chvishtari ist ein gehaltvollerer Verwandter von Mchadi, dem schlichten Maisbrot Westgeorgiens. Geriebener Käse kommt in den Teig, bevor er geformt und gegart wird. Manche Köche legen die Fladen in der Pfanne auf Walnussblätter. Hirse, das ältere Getreide der Hochtäler, kommt in ein feineres Chvishtari und in Petvraali, das Hirse-Khachapuri.
Wo Sie in Mestia und Ushguli Kubdari essen
Mestia
Mestia, der kleine Hauptort Oberswanetiens auf rund 1.500 m, bietet die größte Auswahl. Fast jedes Café rund um den Seti-Platz und entlang der Tamar-Mepe-Straße serviert Kubdari, meist neben Tashmijabi und Chvishtari. Jedes Kubdari wird auf Bestellung gebacken; rechnen Sie also mit etwa einer halben Stunde Wartezeit.
In Bewertungen aus dem Sommer 2026 tauchte immer wieder ein Name auf: Lushnu Qor, ein Restaurant mit Biergarten und Veranda in der Tamar-Mepe-Straße 44. Gelobt wurde vor allem sein Kubdari. Speisekarten und Öffnungszeiten ändern sich von Saison zu Saison; schauen Sie deshalb in einer Karten-App nach, bevor Sie hingehen.
Oft ist das beste Kubdari das aus Ihrem Gästehaus. Fragen Sie Ihre Gastgeber am Vortag danach. Dann bekommen Sie es direkt aus dem Ofen der Familie, meist mit Salat, Käse und eingelegtem Gemüse dazu.
Ushguli
Ushguli, eine Gruppe von vier Dörfern auf rund 2.100 m, liegt etwa zwei Autostunden östlich von Mestia. Es gibt nur wenige Cafés, und einige schließen im Winter. Das eigentliche Restaurant ist hier der Tisch im Gästehaus. Die meisten Gästehäuser bieten Halbpension, und an vielen Abenden kommen Kubdari und Tashmijabi auf den Tisch. Tagesbesucher essen Kubdari meist mittags in einem Café in der Nähe der Türme.
Ushguli kann das Gericht ein Stück weit für sich beanspruchen, denn auf seinen Heuwiesen wächst Gitsruli. Fragen Sie Ihre Gastfamilie, ob sie swanetisches Salz zum Verkauf herstellt. Nehmen Sie Bargeld mit, denn Kartenterminals sind hier oben selten.
Wo Sie in Tiflis und auf dem Weg nach Swanetien Kubdari essen
Bis zu den Bergen müssen Sie nicht warten. In Tiflis backt Sakhachapure N1 Kubdari neben seinen regionalen Käsebroten. Die am bequemsten gelegene Filiale befindet sich im Einkaufszentrum Galleria am Freiheitsplatz (Tawisuplebis Moedani) und war im Oktober 2026 geöffnet. Viele georgische Restaurants führen Kubdari unter den Broten, und Bäckereien in den Wohnvierteln haben mittags oft ein oder zwei Kubdari auf der Theke.
Auf der Fahrt von Kutaisi hinauf nach Mestia (rund 240 km, etwa fünf Stunden) verkaufen Bäckereien in Kutaisi und Zugdidi oft Kubdari als Snack für unterwegs.
Auch in der Hauptstadt ist swanetisches Salz leicht zu finden. Die Gewürzhändler auf dem Dezerter-Basar haben es neben Chmeli Suneli und getrockneter Tagetes im Angebot.
Wie Sie Kubdari essen und was Sie dazu bestellen
- Essen Sie es heiß. Kubdari wird in Tortenstücken serviert. Nehmen Sie ein Stück in die Hand und beginnen Sie an der Spitze, wo sich der Saft sammelt.
- Teilen Sie es. Ein ganzes Kubdari ist eine große Mahlzeit. Zu zweit teilt man sich eines, dazu einen Salat und eine Beilage.
- Bestellen Sie etwas Frisches dazu. Ein Tomaten-Gurken-Salat mit swanetischem Salz oder ein Teller Eingelegtes bildet ein Gegengewicht zur gehaltvollen Füllung.
- Wählen Sie ein Getränk. Für Weinberge liegt Oberswanetien zu hoch; dazu trinkt man deshalb meist Bier, Limonade, Kräutertee oder einen Rotwein aus dem Tiefland.
- Denken Sie an die Fastentage. An orthodoxen Fastentagen verzichten gläubige Georgier auf Fleisch, und in manchen Haushalten wird dann kein Kubdari gebacken.
Kubdari ist würzig, aber nicht scharf. Wenn Sie es scharf mögen, bitten Sie um etwas Adschika, die Chilipaste, dazu. Lassen Sie jedes Stück eine Minute abkühlen, denn die Füllung speichert viel Hitze.
Kulinarisch durch Swanetien: ein Reiseplan für 4 Tage
Swanetien liegt weit von Tiflis entfernt (rund 460 km); planen Sie daher mindestens drei Nächte ein. Dieser Plan beginnt in Kutaisi, wo der nächstgelegene große Flughafen liegt, und funktioniert in jeder Jahreszeit, sofern die Straßen offen sind.
- Tag 1: von Kutaisi nach Mestia
Kaufen Sie in Kutaisi oder Zugdidi ein erstes Kubdari für unterwegs und halten Sie an der Enguri-Staumauer. Am späten Nachmittag erreichen Sie Mestia; bestellen Sie zum Abendessen Kubdari und Tashmijabi. - Tag 2: Mestia
Sehen Sie sich die Ikonen im Museum für Geschichte und Kultur in Swanetien an, spazieren Sie zwischen den Türmen und wandern Sie dann auf einem leichten Waldweg zum Chalaadi-Gletscher. Kaufen Sie swanetisches Salz und Käse ein und bitten Sie Ihr Gästehaus um Chvishtari zum Abendessen. - Tag 3: Ushguli
Fahren Sie etwa zwei Stunden nach Osten bis Ushguli. Steigen Sie zur Kirche Lamaria hinauf, blicken Sie über die Heuwiesen, auf denen Gitsruli wächst, und essen Sie mittags im Dorf Kubdari. Bleiben Sie über Nacht, wenn es sich einrichten lässt: Das Abendessen hier ist die ursprünglichste Hausmannskost der ganzen Reise. - Tag 4: zurück ins Tal
Die Rückfahrt führt über Mestia und durch die Enguri-Schlucht. Im Sommer, wenn die Straße offen ist, können Sie stattdessen im Geländewagen (4x4) über den Zagari-Pass durch Niederswanetien fahren. Halten Sie unterwegs für ein letztes Kubdari.
Legen Sie Ihren Besuch nach Möglichkeit auf ein Fest. Kommen Sie im Februar zu Lamproba und Lemzir, Ende Juli zu Svanetoba und den Dorffesten oder am 28. August zu Limrieoba in Ushguli.
Solche kulinarischen Stationen bauen wir in private Reisen für jede Gruppengröße ein, zu Reiseterminen Ihrer Wahl und mit einem Guide in Ihrer Sprache. Bei unserem „Trekking in Swanetien: Mestia–Ushguli“ übernachten Sie jede Nacht in einem anderen Dorfgästehaus und essen an jeder Station swanetische Hausmannskost. Guides, Ausrüstung und Pferde stellen wir selbst. Die „Wanderwoche in Swanetien“ setzt dagegen auf komfortable Standquartiere und ein Auto. Die „Große Rundreise mit Swanetien“ baut drei Nächte in Mestia in eine zehntägige Reise quer durch Georgien ein. Für Reisende aus dem Ausland ist eine Reiseversicherung mit Krankenschutz Pflicht; schließen Sie sie also vor dem Abflug ab.
Wer gern kocht, kann zusätzlich unsere „Kochreise durch Georgien“ buchen, die in die Küchen Kachetiens, Imeretiens und Mingreliens einführt.
Kubdari: häufige Fragen
Was ist Kubdari?
Kubdari ist ein rundes, mit Fleisch gefülltes Brot aus Swanetien im Nordwesten Georgiens. Hefeteig wird um kleine Würfel aus Rind- oder Schweinefleisch geschlagen, die mit Zwiebeln, Knoblauch und swanetischen Gewürzen vermengt sind; dann wird der Fladen gebacken und mit Butter bestrichen. Kubdari ist das bekannteste Gericht der swanetischen Küche.
Ist Kubdari eine Khachapuri-Sorte?
Nein. Khachapuri ist Käsebrot, Kubdari dagegen ist mit Fleisch gefüllt und enthält keinen Käse. Beide sehen sich ähnlich, und Bäckereien verkaufen sie nebeneinander, deshalb werden sie oft verwechselt.
Wie schmeckt Kubdari?
Herzhaft und kräuterwürzig: Das Fleisch ist saftig, Koriander und Blauer Bockshornklee geben eine kräftige Note. Die Kruste ist innen weich und am Rand knusprig. Kubdari ist würzig, aber nicht scharf.
Welches Fleisch kommt in Kubdari?
Meist ist es Rind- oder Schweinefleisch oder eine Mischung, klein gewürfelt statt durch den Fleischwolf gedreht. Ältere Quellen nennen auch Lamm und Zicklein, und eine seltene Variante wird mit Forelle zubereitet.
Woraus besteht swanetisches Salz?
Swanetisches Salz besteht aus grobem Salz, das zusammen mit Knoblauch und getrockneten Kräutern zerrieben wird: Koriander, Blauer Bockshornklee, Dill, Chili, Tagetes und Kümmel oder Gitsruli. Jedes Dorf mischt es ein wenig anders. Die traditionelle Herstellung gehört seit 2015 zum immateriellen Kulturerbe Georgiens.
Was ist Tashmijabi?
Tashmijabi ist ein swanetisches Gericht aus gekochten Kartoffeln, die mit Frischkäse, meist Sulguni, zerstampft und auf dem Herd gerührt werden, bis die Masse glatt ist und Fäden zieht. Es ist vegetarisch und wird oft zu Kubdari serviert. In einigen Dörfern trägt dasselbe Püree andere Namen.
Wo kann ich in Tiflis Kubdari essen?
Gute Adressen sind Sakhachapure N1 in der Galleria am Freiheitsplatz oder mittags eine georgische Bäckerei. Das Original essen Sie aber in einem Gästehaus in Mestia oder Ushguli.
Kann ich swanetisches Salz mit nach Hause nehmen?
Ja, es gehört zu den beliebtesten essbaren Mitbringseln aus Georgien. Kaufen Sie ein verschlossenes Glas, packen Sie es in einen Druckverschlussbeutel und kreuzen Sie auf jeder Einreisekarte, die danach fragt, das Feld für Lebensmittel an. Prüfen Sie vor dem Abflug die Regeln Ihres Heimatlandes.















