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Tkemali und andere georgische Saucen: Pflaumensauce, Adschika, Bazhe und Satsebeli

Rote und grüne Tkemali-Pflaumensauce in zwei SchälchenFoto: Jelger Groeneveld, CC BY 2.0
Inhalt
Das Wichtigste
  • Tkemali ist Georgiens säuerliche Pflaumensauce: Kirschpflaumen, eingekocht mit Knoblauch, Chili, Dill, Koriander und Ombalo (Poleiminze). Grüne Tkemali entsteht aus unreifen Frühlingspflaumen, rote aus reifen Sommerpflaumen.
  • Georgier geben sie über Mtsvadi, Bratkartoffeln, Hähnchen und Fisch und rühren sie in Kharcho und Lobio. Da sie keine tierischen Produkte enthält, gehört sie fest zur veganen Küche und zur Fastenküche.
  • Adschika (Adjika) ist eine scharfe Paste aus Mingrelien und Abchasien, rot aus getrockneten oder grün aus frischen Chilis, und viel kräftiger und trockener als das Tomaten-Relish, das in Russland als Adjika verkauft wird.
  • Bazhe ist eine Walnusssauce mit viel Knoblauch für Fisch und Geflügel, Satsebeli eine dünnflüssige Tomatensauce für Fleischspieße; kleinere Dips wie Matsoni mit Knoblauch und Kindzmari gehören jeweils zu bestimmten Gerichten.
  • Eine Flasche aus dem Supermarkt kostet 2026 etwa 3 bis 6 GEL, hausgemachte Sauce vom Markt etwas mehr. Alles über 100 ml, auch Adschika-Paste, muss ins Aufgabegepäck.

Tkemali ist Georgiens saure Pflaumensauce: kleine Kirschpflaumen, mit Knoblauch, Chili, frischen Kräutern und einer wilden Minze namens Ombalo eingekocht und dann grün oder rot in Flaschen abgefüllt. Man gibt sie über gegrilltes Schweinefleisch, Bratkartoffeln und Brathähnchen, und auf fast jedem georgischen Tisch steht irgendeine Flasche davon. Unter den georgischen Saucen ist Tkemali die bekannteste, aber längst nicht die einzige: Mingrelische Adschika, Bazhe aus Walnüssen und Satsebeli aus Tomaten zählen bei einem richtigen georgischen Essen genauso viel.

Wir beginnen mit Tkemali und bleiben am längsten bei ihr: bei den beiden Erntezeiten der Pflaumen, bei dem Kraut, das ihr den Charakter gibt, und bei dem, was Sie nehmen, wenn Sie dieses Kraut zu Hause nicht bekommen. Danach folgen Adschika, Bazhe, Satsebeli und die kleineren Dips, die Georgier jeweils nur zu einem einzigen Gericht reichen, dazu eine Tabelle, die alle nebeneinanderstellt. Der letzte Teil ist praktisch: wo Sie in Tiflis, Kutaisi und Zugdidi gute Sauce kaufen, Hausgemachtes oder Fabrikware, ungefähre Preise für 2026 und wie Sie ein paar Gläser nach Hause bringen, ohne dass hinterher der Koffer klebt.

Was ist Tkemali? Georgiens saure Pflaumensauce

Tkemali (ტყემალი, gesprochen etwa „TKE-ma-li“) bezeichnet sowohl eine Frucht als auch eine Sauce. Im Georgischen ist es das Alltagswort für die Kirschpflaume (Prunus cerasifera), eine kleine, saure Pflaume, die halbwild an Dorfzäunen, Flussufern und Landstraßen wächst. Die Sauce, die aus dieser Frucht gekocht wird, erhielt denselben Namen: Fragt ein Georgier beim Abendessen nach Tkemali, meint er die Flasche, nicht den Baum.

Tkemali schmeckt zuerst sauer, dann kommt der Knoblauch, danach eine kühle, minzige Frische vom Ombalo und eine langsam aufsteigende Wärme vom Chili. Die Sauce ist dünner als Ketchup, eher ein flüssiges Fruchtpüree, und weil ihre Säure jedes Fett ausgleicht, ist sie die selbstverständliche Begleiterin für alles, was vom Grill kommt.

Tkemali auf einen BlickKurz gesagt
HauptzutatenKirschpflaumen, Knoblauch, Salz, Chili, Dill, Koriander und Ombalo (Poleiminze)
SortenGrün (unreife Pflaumen), rot (reife rote Pflaumen), manchmal gelb
SaisonGrüne Pflaumen im späten Frühling, rote im Hochsommer; in Flaschen das ganze Jahr
ErnährungOhne Fleisch, Milchprodukte und Eier; auf Fabriketiketten stehen mitunter Zucker oder Stärke
Dazu passtMtsvadi, Bratkartoffeln, Hähnchen, Fisch, Kharcho und Lobio

Weil Fabriken in Russland und anderswo inzwischen Pflaumensauce unter demselben Namen abfüllen, schützt Georgien das Original: Tkemali steht im nationalen Register der geografischen Angaben, neben Käse- und Honigsorten und seit 2022 auch neben Adschika.

Grüne und rote Tkemali-Sauce: Pflaumen und Jahreszeiten

Kirschpflaumen setzen früh Früchte an, die wochenlang hart, grün und äußerst sauer bleiben. Im Frühling essen georgische Kinder sie mit einer Prise Salz direkt vom Zweig, und etwa ab Ende April werden sie an Ständen kiloweise verkauft, für zwei klassische Zwecke: für grüne Tkemali und für Chakapuli, den Eintopf der Osterzeit aus Lamm, Estragon und Weißwein, der ihre Säure braucht.

Grüne Tkemali

Grüne Tkemali wird im späten Frühling und Frühsommer aus noch festen Pflaumen gekocht. Die Sauce ist blass olivgrün, sehr sauer und kräftig von Dill und Ombalo geprägt, und viele Georgier ziehen sie der roten vor. Dazu passen Fisch, Frühlingslamm und junge Kartoffeln. Selbst gemacht hält sie sich schlechter als die rote; essen Sie sie deshalb innerhalb weniger Monate.

Rote Tkemali

Im Juli und August reifen die roten Kirschpflaumen, und die Familien kochen sie in großen Töpfen als Wintervorrat ein. Rote Tkemali schmeckt runder, unter der Säure leicht süß, mit mehr Knoblauch und Chili. In den meisten Supermarktflaschen steckt rote Tkemali, und sie steht neben den meisten Tellern mit gegrilltem Schweinefleisch. Gelbe Pflaumen ergeben eine goldgelbe, mildere Sauce, und oft werden die Sorten gemischt oder ein Löffel Zucker dazugegeben, wenn die Früchte zu sauer sind.

Frisch probieren: die beste ZeitFür grüne Tkemali frisch aus dem Topf reisen Sie im Mai oder Juni, für rote im Juli oder August. Die Familien füllen ihren Jahresvorrat im Sommer ab; im Winter serviert ein Gästehaus daher Sauce, die Monate zuvor gekocht wurde. Das ist normal, und sie schmeckt trotzdem gut.

Ombalo, das Kraut in der Tkemali, und Ersatz außerhalb Georgiens

Ombalo (ომბალო) ist Poleiminze (Mentha pulegium), eine niedrige, kriechende Minze feuchter Wiesen. Ihre Blätter riechen schärfer als Gartenminze, kühl und leicht medizinisch, und genau diese Note unterscheidet Tkemali von jeder anderen Pflaumensauce. Familien sammeln sie im Sommer und trocknen sie, und die Gewürzhändler auf den Märkten haben Tüten davon neben Chmeli Suneli und Blauem Bockshornklee.

Außerhalb Georgiens ist sie als Küchenkraut schwer zu finden, auch wenn manche Gärtnereien die Pflanze verkaufen und georgische oder russische Lebensmittelläden sie mitunter getrocknet führen. Wer keine hat, nimmt Gartenminze oder Grüne Minze mit einer kleinen Prise getrocknetem Thymian oder Bohnenkraut. Die Sauce schmeckt trotzdem gut, nur weniger nach der, die Sie in Tiflis gegessen haben.

Hinweis zur SicherheitDas ätherische Öl der Poleiminze ist giftig, und medizinische Nachschlagewerke stufen die Pflanze in der Schwangerschaft als bedenklich ein. In einer Flasche Tkemali stecken nur wenige getrocknete Blätter; wenn Sie aber schwanger sind oder für eine Schwangere kochen, nehmen Sie gewöhnliche Minze.

Wozu man Tkemali isst und wie sie in Georgien gemacht wird

So wird Tkemali gemacht

Jede Familie hat ihre eigenen Kniffe, doch das Grundprinzip ist einfach. Ganze Pflaumen köcheln in wenig Wasser, bis die Haut aufplatzt; dann wird das weiche Fruchtfleisch durch ein Sieb gestrichen, sodass Steine und Häute zurückbleiben. Das Mus kommt mit zerdrücktem Knoblauch, Salz, Chili, gemahlenem Koriandersamen sowie gehacktem Dill, Koriandergrün und Ombalo zurück auf den Herd und köchelt, bis es einen Löffel überzieht. Dann wird es heiß in Flaschen gefüllt.

Was Georgier dazu essen

  • Mtsvadi: Spieße vom Schwein, Kalb oder Lamm, über Rebholz gegrillt, mit rohen Zwiebelringen und einem Schälchen Tkemali. Die Kombination, die jeder Georgier zuerst nennt.
  • Bratkartoffeln: Mit Zwiebeln gebratene Kartoffeln sind ein typisches Abendessen zu Hause und ein übliches Mittagessen in Lokalen an der Landstraße; obendrauf kommt Tkemali.
  • Hähnchen und Fisch: Hähnchen aus dem Ofen oder aus der Pfanne, gebratene Forelle oder Fisch aus dem Schwarzen Meer, oft mit grüner Tkemali.
  • Im Topf: Ein Schuss davon gibt dem Kharcho, der Suppe aus Rindfleisch, Reis und Walnüssen, und einem Topf Lobio-Bohnen eine frische Säure.
  • Fastenspeisen: Da sie ohne tierische Produkte auskommt, belebt sie die Bohnen-, Pilz- und Gemüsegerichte der Fastenzeit.
Nicht zu KhinkaliPuristen essen Khinkali nur mit schwarzem Pfeffer und halten ein Saucenschälchen für eine Angewohnheit von Besuchern. Restaurants bringen Ihnen Tkemali, wenn Sie danach fragen, doch probieren Sie die Khinkali zuerst pur.

Bei einem Festmahl kommen die Saucen gemeinsam in kleinen Schälchen rund um die Grillplatte auf den Tisch. Auf unserer Rundreise „Wein und Supra“ stöbern Sie auf dem Dezerter-Basar zwischen Gläsern voller Adschika, besuchen einen Kochkurs bei einer Familie in Tiflis und nehmen später in der Woche in Kachetien an einer richtigen Supra teil. Die Reise ist privat: Sie wählen die Reisetermine selbst und kommen zu zweit oder zu zwanzigst.

Georgische Saucen im Vergleich: Geschmack, passende Gerichte und Region

Georgische Köche ordnen jeder Sauce bestimmte Gerichte zu, und auf einem reich gedeckten Tisch stehen zwei oder drei zugleich. Die Übersicht hilft Ihnen beim Lesen der Speisekarte oder vor einem Marktstand.

SauceGeschmackDazu passtRegion
Grüne TkemaliSehr sauer, frisch, kräuterwürzigFisch, Frühlingslamm, Mtsvadi, junge KartoffelnGanz Georgien; am besten von Mai bis Juni
Rote TkemaliSüßsauer, knoblauchbetont, leicht scharfMtsvadi, Bratkartoffeln, Hähnchen, KharchoGanz Georgien
Rote AdschikaSehr scharf, salzig, Knoblauch und BockshornkleeGegrilltes Fleisch, Brathähnchen, mingrelisches Kharcho, Ghomi mit SulguniMingrelien und Abchasien, heute überall
Grüne AdschikaScharf, frisch, grasigFrischkäse, Eier, gekochtes FleischMingrelien und der Westen
BazheCremig, nussig, mit Knoblauch, leicht säuerlichGebratener Fisch, Hähnchen, Truthahn, Auberginen, gekochtes GemüseGanz Georgien; Festessen im Winter
SatsebeliDünnflüssig, tomatig-sauer, mit KnoblauchKababi, Mtsvadi, Hähnchen, BratkartoffelnGanz Georgien; im Sommer gekocht
Matsoni mit KnoblauchKühl, säuerlich, mit KnoblauchGebratene Auberginen, Pilze, HähnchenGanz Georgien
KindzmariKräftig, essigsauer, voller KorianderGekochtes Rindfleisch, Hähnchen oder FischGanz Georgien
NiortskaliRoher Knoblauch in Salzwasser oder BrüheHähnchen TabakaGanz Georgien

Adschika (Adjika): mingrelische Chilipaste in Rot und Grün

Adschika, auch Adjika geschrieben, ist eine dicke Chilipaste und die Quelle der Schärfe in der westgeorgischen Küche. Das Wort ist abchasisch und kommt von apyrpyl-jika, „Pfeffersalz“. Einer Entstehungsgeschichte zufolge stibitzten abchasische Hirten das Salz, das für ihre Herden bestimmt war, bis die Besitzer es mit scharfem Pfeffer versetzten – eine Mischung, die den Hirten noch besser schmeckte. Von Abchasien aus verbreitete sich die Paste nach Mingrelien, wo sie zu einer tragenden Säule der mingrelischen Küche wurde, und schließlich in ganz Georgien.

Im November 2018 erklärte Georgien die Herstellung abchasischer und mingrelischer Adschika zum immateriellen Kulturerbe, und am 29. September 2022 wurde Adschika als geografische Angabe Nr. 26 eingetragen. Die eingetragene Produktspezifikation schreibt scharfen roten Pfeffer, Knoblauch, Salz, Blauen Bockshornklee und weitere getrocknete Gewürze vor und lässt Walnüsse, Samen und Kräuter zu.

Rote und grüne Adschika

Für rote Adschika werden getrocknete Chilis, manchmal entkernt, damit sie milder werden, immer wieder mit Knoblauch, Salz, Koriandersamen und Blauem Bockshornklee zu einer ziegelroten Paste zerrieben, die etwa so dick ist wie Pesto; manchmal kommen Walnüsse dazu. Weil sie so scharf und salzig ist, verwendet man sie wie ein Gewürz: ein Tupfer auf gegrilltem Fleisch, zum Einreiben von Brathähnchen, ein Löffel im mingrelischen Kharcho. Grüne Adschika setzt stattdessen auf frische grüne Chilis und eine Handvoll Koriander, manchmal auch Minze oder Basilikum; so entsteht eine hellere, grasigere Paste, die zu Frischkäse, Eiern und gekochtem Fleisch passt. Auf den Märkten gibt es außerdem trockene Adschika, eine grobe Mischung aus Salz und Chili zum Einreiben.

Georgische Adschika im Vergleich mit abchasischer und russischer Adjika

  • Abchasisch: Das älteste Rezept verwendet nur roten Pfeffer, Salz, Knoblauch und getrockneten Koriander, die von Hand zwischen zwei flachen Steinen zerrieben werden; die Schoten wurden früher geräuchert. Abchasien ist ein von Russland besetztes Gebiet Georgiens, und die meisten Regierungen raten von Reisen dorthin ab; auf Ihrer Reise probieren Sie also die mingrelische Variante.
  • Mingrelisch: der georgische Standard, kräftiger gewürzt, mit Blauem Bockshornklee und oft mit Walnüssen, als rote, grüne und trockene Variante.
  • Russisch: In Russland bezeichnet Adjika meist ein gekochtes, löffelbares Relish aus Tomaten, Paprika und Knoblauch, oft mit Meerrettich oder Apfel, milder und viel flüssiger, eher eine würzige Salsa.
  • Türkisch: Die abasinische Gemeinschaft in der Provinz Sakarya stellt Acıka her; die Türkei hat sie als geografische Angabe eingetragen.

In Zugdidi findet seit 2018 jeden Sommer oder Herbst ein Adschika-Fest statt, mit Kostproben von roter, grüner und trockener Adschika, swanetischem Salz und Tkemali. Auf unserer „Kochreise durch Georgien“ verbringen Sie einen Tag in der Küche eines Bauernhauses bei Martvili und bereiten Elarji und Gebzhalia zu, mit roter Adschika auf dem Tisch.

Bazhe: die georgische Walnusssauce

Bazhe (ბაჟე) ist Walnuss in Saucenform. Die Nüsse werden mit Knoblauch sehr fein gemahlen, mit kaltem Wasser oder Brühe verdünnt, mit Weinessig oder Granatapfelsaft gesäuert und mit Koriandersamen, Blauem Bockshornklee und getrockneter Tagetes gewürzt, die der Sauce einen leicht gelben Ton gibt. Die Sauce fließt wie dicke Sahne, schmeckt nussig und mild säuerlich und wird kühl serviert, nie heiß.

Verwechseln Sie Bazhe nicht mit Satsivi. Satsivi, etwa „kaltes Gericht“, ist Geflügel unter einer Walnusssauce, die meist mit Zwiebeln und Brühe gekocht wird, und das Herzstück der Neujahrstafel. Bazhe ist die schlichtere Sauce für sich, oft ungekocht, und kommt zu gebratenem Fisch, gebratenem oder gekochtem Huhn, Truthahn, gebratenen Auberginen und gekochtem Gemüse; mit Mchadi-Maisbrot wischt man den Teller aus.

WalnussallergieBazhe besteht fast nur aus Walnüssen, und auch in vielen anderen georgischen Gerichten verstecken sich die Nüsse. Tkemali, Satsebeli und die meisten Adschika-Sorten sind walnussfrei, doch manche mingrelischen Köche geben Walnüsse in die Adschika; fragen Sie deshalb bei jeder Sauce nach.

Satsebeli: georgische Tomatensauce zu Fleischspießen

Satsebeli (საწებელი) heißt so viel wie „etwas zum Eintunken“. Ältere Kochbücher bezeichnen damit eine ganze Familie saurer Obstsaucen, darunter Tkemali und Granatapfelsauce; auf der Speisekarte ist heute aber die Tomatensauce gemeint, genauer gesagt Pomidvris Satsebeli. Reife Tomaten, manchmal mit Paprika oder scharfen Schoten, werden mit Knoblauch, Chili, Koriander und Chmeli Suneli eingekocht und dann verdünnt, bis die Sauce fließt.

Familien kochen sie im Sommer in großen Mengen, wenn Tomaten billig sind, und manche machen eine schnelle rohe Variante aus geriebenen Tomaten, Knoblauch und Kräutern. Satsebeli gehört vor allem zu Kababi, Hackfleischspießen, die mit rohen Zwiebeln in Lavash gerollt werden, und schmeckt ebenso gut zu Mtsvadi, Hähnchen, Bratkartoffeln und Eiern.

Weitere georgische Saucen und Dips: Matsoni mit Knoblauch, Kindzmari und mehr

Eine Handvoll einfacherer Saucen gehört jeweils zu einem oder zwei Gerichten: Wer das Gericht bestellt, bekommt die Sauce meist gleich dazu.

  • Matsoni mit Knoblauch: dicker Joghurt, mit zerdrücktem Knoblauch und manchmal Dill verrührt, passt zu gebratenen Auberginen, gebratenen Pilzen und Hähnchen und ist ein kühles Gegengewicht zur mingrelischen Schärfe.
  • Kindzmari: gehackter Koriander, Knoblauch und Weinessig, oft mit etwas Brühe, über gekochtem Rindfleisch, Hähnchen oder Fisch; auf Speisekarten ist das Gericht manchmal nach der Sauce benannt.
  • Niortskali: Knoblauch, mit Salz zerstoßen und in Wasser oder Brühe gerührt; die Sauce gehört zu Hähnchen Tabaka, dem kleinen, unter einem Gewicht flach gebratenen Huhn.
  • Makvali: eine Spätsommersauce aus wilden Brombeeren mit Knoblauch und Kräutern, die manche Familien zu gebratenem Geflügel reichen.

Ins selbe Regal gehört swanetisches Salz: eine Würze aus den Bergen Swanetiens, für die Knoblauch, Kümmel, Koriandersamen, Tagetes, Chili und Blauer Bockshornklee in grobes Salz gestampft werden. Eine Prise davon hebt den Geschmack von Tomaten, Eiern und Kartoffeln, und weil es trocken ist, eignet es sich gut als Mitbringsel.

Wo Sie in Georgien Tkemali und Adschika kaufen

Märkte

In Tiflis gibt es auf dem Dezerter-Basar, wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof, eine lange Reihe von Händlern mit Eingelegtem und Saucen: hausgemachte Tkemali in wiederverwendeten Getränkeflaschen, Adschika in Gläsern und an den Gewürzständen daneben getrocknetes Ombalo, swanetisches Salz und Chmeli Suneli. Die meisten Händler lassen Sie vom Löffel probieren. Im Westen verkaufen der zentrale Grüne Basar von Kutaisi und der Markt von Zugdidi mingrelische Adschika von Familien aus den Dörfern.

Supermärkte

Ketten wie Carrefour, Spar, Nikora, Goodwill und 2 Nabiji führen Fabrik-Tkemali in Grün und Rot, Adschika und Tomatensauce in versiegelten, etikettierten Gläsern und Flaschen. Auf dem Etikett bedeutet mtsvane (მწვანე) „grün“ und tsiteli (წითელი) „rot“.

Hausgemacht oder aus der Fabrik?

Hausgemachte Sauce schmeckt frischer, mit mehr Knoblauch und Ombalo, und keine Flasche gleicht der anderen. Konservierungsstoffe enthält sie nicht; bewahren Sie sie daher kühl auf und verbrauchen Sie sie innerhalb weniger Wochen nach dem Öffnen. Ein gewölbter Deckel oder Bläschen in der Sauce zeigen, dass sie zu gären begonnen hat. Fabrikware ist milder, und manche Hersteller setzen Zucker oder Stärke zu, doch ungeöffnet hält sie sich monatelang und übersteht eine Reise im Koffer besser.

WasWoRichtpreis 2026
Fabrik-Tkemali, Flasche ca. 0,5 lSupermärkteca. 3–6 GEL (etwa 1–2 $)
Hausgemachte Tkemali, Flasche 0,5–1 lDezerter-Basar, Märkte in Kutaisi und Zugdidica. 5–10 GEL (etwa 2–4 $)
Rote oder grüne Adschika, kleines GlasMärkte und Supermärkteca. 5–10 GEL (etwa 2–4 $)
Getrocknetes Ombalo, trockene Adschika oder swanetisches Salz, kleine TüteGewürzstände auf Märktenca. 2–5 GEL (etwa 1–2 $)
Ein Schälchen Sauce als BeilageRestaurantsca. 2–5 GEL (etwa 1–2 $)

Das sind grobe Richtwerte für 2026, die mit jeder Ernte schwanken, und Souvenirläden in der Altstadt verlangen für Geschenkpackungen mehr. Auf unserer „Kochreise durch Georgien“ kaufen Sie mit Ihrem Guide auf dem Dezerter-Basar ein und zum Abschluss auf dem Grünen Basar in Kutaisi; dort decken Sie sich mit Adschika und Gewürzen ein und lernen, wie Sie alles für den Flug verpacken.

Darf man Tkemali im Flugzeug mitnehmen? Saucen für die Heimreise verpacken

Im Handgepäck lassen georgische Flughäfen wie die meisten anderen keine Flüssigkeiten, Gele und Pasten in Behältern über 100 ml zu, und Adschika gilt als Paste. Gläser bis 100 ml kommen in Ihren durchsichtigen Plastikbeutel. Einige europäische Flughäfen mit neuen Scannern akzeptieren größere Behälter, doch jeder Flughafen auf Ihrer Strecke legt seine eigene Regel fest; planen Sie deshalb mit 100 ml.

Alles Größere gehört ins Aufgabegepäck. Wählen Sie versiegelte Fabrikflaschen, kleben Sie jeden Deckel mit Klebeband ab, stecken Sie jede Flasche in zwei Druckverschlussbeutel und packen Sie sie zwischen Kleidung in die Mitte des Koffers. Hausgemachte Flaschen, die schon aufgebläht aussehen, lassen Sie besser da.

Bei der Einreise zu Hause sind gekochte Saucen ohne Fleisch und Milchprodukte für den Eigenbedarf meist unproblematisch, auch in der EU, deren Einfuhrverbot für Lebensmittel im Reisegepäck Fleisch und Milchprodukte betrifft; bei frischen Pflaumen, Kräutern und Samen sieht es anders aus. Australien und Neuseeland verlangen, dass Sie Lebensmittel bei der Ankunft anmelden. Prüfen Sie vor dem Abflug die Website Ihrer Zollbehörde.

Trockenes reist leichterGetrocknetes Ombalo, trockene Adschika und swanetisches Salz wiegen wenig, können nicht auslaufen und reisen im Handgepäck mit. Damit und mit einer Tüte Pflaumen gelingt Ihnen zu Hause eine ganz passable Tkemali.

Tkemali und georgische Saucen: häufige Fragen

Woraus besteht Tkemali, die georgische Pflaumensauce?

Aus eingekochten, passierten Kirschpflaumen, gewürzt mit Knoblauch, Salz, Chili, Koriandersamen, Dill, Koriandergrün und Ombalo, dem Kraut, das auf Deutsch Poleiminze heißt. Fleisch, Milchprodukte oder Eier enthält sie nicht.

Wie schmeckt Tkemali-Sauce?

Zuerst sauer, dann nach Knoblauch und Kräutern, mit milder Chilischärfe. Grüne Tkemali ist saurer, rote runder und etwas süß; beide sind dünnflüssiger und deutlich weniger süß als Ketchup.

Was ist der Unterschied zwischen grüner und roter Tkemali?

Grüne Tkemali wird aus unreifen Kirschpflaumen des späten Frühlings gemacht und schmeckt sehr sauer und kräuterwürzig. Rote Tkemali entsteht aus reifen roten Pflaumen der Monate Juli und August und ist in Flaschen die häufigere Sorte.

Was kann ich statt Ombalo nehmen?

Die meisten Köche außerhalb Georgiens nehmen gewöhnliche Minze, manchmal mit etwas Thymian oder Bohnenkraut. Poleiminze gilt in der Schwangerschaft als bedenklich; Schwangere sollten daher einfache Minze verwenden.

Ist Adschika dasselbe wie Adjika?

Ja, es sind zwei Schreibweisen desselben Wortes. In Georgien ist damit eine dicke, sehr scharfe Paste aus Chili, Knoblauch, Salz und Gewürzen gemeint; in Russland steht der Name oft für ein milderes, gekochtes Relish aus Tomaten und Paprika.

Was ist der Unterschied zwischen Bazhe und Satsivi?

Bazhe ist eine Walnusssauce, oft ungekocht, die zu Fisch, Geflügel und Gemüse serviert wird. Satsivi ist ein Gericht aus kaltem Huhn oder Truthahn unter einer gekochten Walnusssauce, das vor allem zu Neujahr zubereitet wird.

Wozu essen Georgier Satsebeli?

Vor allem zu Kababi in Lavash, außerdem zu Mtsvadi, Hähnchen und Bratkartoffeln. Satsebeli ist eine dünnflüssige Tomatensauce mit Knoblauch, Chili und Kräutern, die im Sommer in großen Mengen gekocht wird.

Darf man Tkemali im Flugzeug mitnehmen?

Im Handgepäck nur bis 100 ml; größere Flaschen kommen ins Aufgabegepäck, mit Klebeband gesichert, in zwei Beutel verpackt und zwischen Kleidung verstaut. Versiegelte Fabrikflaschen reisen am besten, und Lebensmittel sollten Sie dort angeben, wo die Einreisekarte danach fragt.

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Ein Tkemali-Rezept für zu Hause: Für die rote, saure Pflaumensauce aus Georgien werden reife Kirschpflaumen weich gekocht, durch ein Sieb gestrichen und zum Schluss mit Knoblauch, Chili, Koriander und Dill gewürzt. Mit Hinweisen zur grünen Tkemali aus dem Frühling und dazu, wie Sie die Sauce außerhalb der Saison mit tiefgekühlten Pflaumen oder Kriechenpflaumen kochen.

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Ein Bazhe-Rezept für zu Hause: Für die kühle georgische Walnusssauce werden Walnüsse mit Knoblauch, Blauem Bockshornklee und Tagetes fein gemahlen, mit kaltem Wasser verdünnt und mit etwas Essig gesäuert. Nichts kommt auf den Herd, die Sauce ist vegan und lässt sich gleich über gebratenen Fisch, Hähnchen oder Gemüse löffeln.

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